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SPD

Kelber gewinnt zum dritten Mal

Von Uta Kristina Maul, 28.09.09, 07:18h, aktualisiert 28.09.09, 11:42h

Trotz dramatischer Verluste hat der Bonner Sozialdemokrat Ulrich Kelber zum dritten Mal in Folge seinen Wahlkreis gewonnen. CDU-Herausforderer Stephan Eisel hat seine Niederlage wohl auch Guido Westerwelle zu "verdanken".

BONN - Trotz dramatischer Verluste von 8,63 Prozentpunkten hat der Bonner Sozialdemokrat Ulrich Kelber den traditionellen Adenauer-Wahlkreis 97 Bonn zum dritten Mal in Folge direkt geholt. Wie 2002 und 2005 ließ er CDU-Herausforderer Stephan Eisel, der 2007 über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag nachgerückt war, hinter sich - diesmal mit 33,4 Prozent der Stimmen, 2,16 Prozentpunkte mehr, als Eisel schaffte.

Der sichtlich angeschlagene Christdemokrat dürfte seine Niederlage auch dem FDP-Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle „verdanken“. Denn anders als 2005, als Westerwelle zu Gunsten Eisels auf den eigenen Erststimmen-Wahlkampf verzichtet hatte, sagte er dieses Mal der CDU in Bonn den Kampf an - trotz seines Bekenntnisses zu Schwarz-Gelb auf Bundesebene. Westerwelle, als Spitzenkandidat der Liberalen auf Platz eins der Landesliste abgesichert, holte sensationelle 19,1 Prozent der Stimmen - einen Hauch mehr, als die FDP in Bonn an Zweit-, also Parteienstimmen holte (19 Prozent).

Sieger sind in Bonn aber auch die Grünen und die Linken, deren Direktkandidaten Katja Dörner und Paul Schäfer dank gesicherter Landeslistenplätze ebenfalls Fahrkarten nach Berlin bekamen. Bonn ist damit erstmals gleich nach einer Bundestagswahl mit vier Abgeordneten im Parlament vertreten.

Von einem „Wechselbad der Gefühle“ und einem „insgesamt bitteren Abend“ sprach Kelber, als er im Stadthaus sein Ergebnis und das der Partei kommentierte. So richtig lauter Jubel wollte bei ihm mit Blick auf die erdrutschartigen Verluste der SPD nicht aufkommen. Auch Parteichef Ernesto Harder hatte „ein lachendes und ein weinendes Auge“ - wies aber nicht ohne Stolz darauf hin, dass der SPD nach der Wahl von Jürgen Nimptsch zum Oberbürgermeister bei der Kommunalwahl nun „ein zweiter großer Gewinn“ gelungen sei.

Katerstimmung hingegen bei der CDU - weiß sie doch genau, dass Eisels Listenplatz 38 diesmal wohl kaum fürs Nachrücken reicht. Eisel, maßlos enttäuscht, dass der Bürger ihn „abwählte“, mutmaßte, dass viele Anhänger von Grünen und Linken ihre Erststimme aus taktischen Gründen Kelber gegeben hätten. Vor dem Hintergrund, dass auch Westerwelle das Direktmandat wollte, glaubt Eisel, dass auch ein anderer CDU-Kandidat als er nicht hätte erfolgreich sein können. Der 54-Jährige will zur Konrad-Adenauer-Stiftung zurückkehren und erklärte, in der CDU „keine Ämter und Kandidaturen mehr anstreben zu wollen“. Parteichef Axel Voss kündigte an, „die Defizite der CDU“ zu analysieren.

Westerwelle freute sich im fernen Berlin über das „sensationelle Ergebnis“ seiner Partei in der Heimatstadt Bonn und sagte der Rundschau: „Ich weiß, woher ich komme und werde das auch bei meiner künftigen Arbeit in Berlin nicht vergessen.“ Gut lachen hatte Bonns FDP-Chef Werner Hümmrich - und „gar kein schlechtes Gewissen“ wegen des Erststimmenkampfs von Westerwelle: „Eisel hatte zwei Jahre Zeit zu zeigen, was er kann.“ Katja Dörner freute sich exorbitant über das „historisch beste Ergebnis der Grünen“ und ihre 10,2 Prozent.



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