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Bildgewaltiger „Totentanz“ des Waldes

Von MARGRET KLOSE, 29.09.09, 07:03h

„Waldsterben“ heißt der Sieben-Minuten-Film, mit dem der Wahl-Walberberger Norbert Conzen auf der internationalen Film-Bühne zurzeit mächtigen Eindruck macht. Gleich...

BORNHEIM. „Waldsterben“ heißt der Sieben-Minuten-Film, mit dem der Wahl-Walberberger Norbert Conzen auf der internationalen Film-Bühne zurzeit mächtigen Eindruck macht.

Gleich vier mal ist sein Kurzfilm für Preise nominiert: beim neunten Internationalen Shortmoves-Kurzfilmfestival Halle, beim Internationalen Kurzfilmfest München, bei „Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation“ und beim schweizerischen „one minute international film & video festival“ in Aarau.

Es könnten noch weitere Nominierungen hinzu kommen, denn insgesamt hat Conzen seinen Streifen „Waldsterben“ bei zehn Filmfestivals eingereicht. Dabei ist dies keiner der üblichen dokumentarisch-kritischen Filme, in dem in aller Deutlichkeit auf die drohende Umweltkatastrophe des Waldsterbens aufmerksam gemacht wird. „Der Film lebt von den Bildern“, sagt der 55-jährige Grafiker und Maler. Conzen spannt mit dem Film eine Brücke zwischen einem Kunstwerk und einem Dokumentarfilm. Für ihn ist der Streifen eine Art „Totentanz des Waldes“. Denn zu sehen ist eine beeindruckende Abfolge ästhetischer Bilder, die jedoch durch ihre besondere und eindrucksvolle Aufnahmen sehr wohl auch an die in den Medien ausgestrahlten Bilder der Nachrichtensender aus Katastrophengebieten erinnert.

Der in Hürth aufgewachsene Künstler lebt seit 15 Jahren in Walberberg. Und genau dort, wenige Schritte von seinem Wohnhaus entfernt, hat er im nahen Villewald sterbende Bäume mit der Kamera eingefangen. „Die Aufnahmen habe ich im Walberberger Wald tief im Unterholz und Gestrüpp, nahe des Hauptweges entlang der Jugendakademie gemacht“, erzählt er von den Dreharbeiten im vergangenen Jahr. Und nur zu gut sind ihm auch noch die vielen Zeckenbisse in Erinnerung, die er sich bei seinen Abstechern ins Unterholz zugezogen hatte.

Denn mit einem Ausflug ins Gestrüpp war der Film längst nicht im Kasten. Bevor die endgültige siebenminütige Fassung stand, marschierte er an fünf Drehtagen zu unterschiedlichen Tageszeiten los, machte Probeaufnahmen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Aus mehr als zwei Stunden Filmmaterial ist daraus der Kurzfilm „Waldsterben“ entstanden. Fertiggestellt wurde der Film schließlich zu Hause am Computer mit spezieller Schnitt- und Spiegeltechnik, mit der Conzen seit drei Jahren arbeitet. Dadurch verleiht er seinem Wald eine ganz besondere Symmetrie. Gleich einem sich ständig wandelnden Kunstwerk, lässt er die Bäume, abbrechende Äste und Zweige synchron „durch den Wald tanzen“. Verstärkt wird der „Totentanz“ durch die begleitenden Tonaufnahmen mit vor Ort aufgenommenen Warnrufen einheimischer Singvögel wie Amsel, Blaumeise, Zaunkönig und Eichelhäher. In den Vorbereitungen zu seinem Kurzfilm „Waldsterben“ hat Conzen in 77 Wälder in ganz Deutschland fotografiert, gezeichnet und überall auch Szenen aufgenommen. „Dabei sind zehn Kurzfilme entstanden.“

Leben kann Conzen von seinen Kurzfilmen jedoch nicht. Den Lebensunterhalt verdient sich der Maler und Künstler vorwiegend als Grafiker. In der Branche hat sich Conzen längst einen Namen gemacht. So entwickelt er Verpackungs- und Produktdesign für ganz verschiedene Anbieter, Cover für CDs, Plakate für die Bundeskunsthalle. Er hat die ersten Printmedien-Werbungen in den 1980er Jahren für einen großen Discounter mit entwickelt, und er hat bei der Printmedien-Werbung für Lebensmittel mitgewirkt. In seiner Heimat Hürth kennt man den „Walberberger Filmemacher“ auch als Gestalter des Hürther Kulturkalenders.

 www.norbertconzen.de



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