Gegen ProKöln-Funktionär Jörg Uckermann wird ermittelt. (Bild: Gauger)
Gegen ProKöln-Funktionär Jörg Uckermann wird ermittelt. (Bild: Gauger)
Köln -
Der „pro Köln“-Funktionär Jörg Uckermann und sein Bruder sind ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft geraten: Die Behörden ermitteln gegen Jörg Uckermann wegen des Verdachts der Geldwäsche, gegen seinen Bruder wegen des Verdachts der Untreue und der Urkundenfälschung. Polizisten durchsuchten gestern Vormittag die Wohnung des Ratsherrn an der Fridolinstraße. Auch bei der Wohnung seines Bruders und bei weiteren zwei Objekten wurden die Ermittler vorstellig.
Im Fokus steht das Haus an der Fridolinstraße in Ehrenfeld. Der Vorwurf, dem die Kölner Staatsanwaltschaft nun nachgeht: Der Bruder von Jörg Uckermann soll das Haus mit mehreren Mietwohnungen unter falschem Namen und mit gefälschten Dokumenten gekauft haben und später die Kreditzahlungen schuldig geblieben sein, hieß es von der Anklagebehörde. Die Miete soll zum Teil auf das Konto von Jörg Uckermann geflossen sein. Ob die Fahnder Unterlagen beschlagnahmten, blieb unklar. Ein Haftbefehl gegen die Beschuldigten liege nicht vor, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Bruder des „pro-Köln“-Politikers gilt als Hauptbeschuldigter.
Jörg Uckermann war 2008 von der CDU zur rechtsgerichteten „Bürgerbewegung pro Köln“ gewechselt und wurde bei der jüngsten Kommunalwahl in den Stadtrat gewählt. In Leverkusen hatte er sich um das Amt des OBs beworben. Jörg Uckermann bestätigte der Rundschau, dass seine Wohnung durchsucht wurde. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestreitet der pro-Köln-Politiker allerdings: „Dies ist mir völlig fremd. Davon weiß ich nichts.“ Die Ermittler hätten in den Räumen nach Kontoauszügen und Auszahlungsquittungen gesucht. In einem weiteren Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Uckermann wegen des Verdachts der Falschaussage. „Wir haben Anklage wegen falscher Versicherung an Eides statt erhoben“, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Wolf. Dabei geht es um einen Vorfall vom April 2008 in der Ehrenfelder Bezirksvertretung. Während der Sitzung kam es immer wieder zu Störungen durch Uckermann. Irgendwann platzte Bezirksbürgermeister Josef Wirges der Kragen. Er forderte den Politiker nach mehreren Ordnungsrufen auf, den Saal zu verlassen. Als Uckermann es ablehnte, vom Sicherheitsdienst herausgeführt zu werden, rief Wirges die Polizei. Die Beamten schleppten Uckermann samt Stuhl aus dem Saal. Der Politiker will die Ordnungsrufe nicht gehört haben und gab dazu eine eidesstattliche Erklärung ab. Die Ermittlungen der Behörden ergaben, dass er mutmaßlich die Unwahrheit gesagt hat. „Dies wird nun vor Gericht geklärt“, betonte Wolf.
Möglicherweise muss sich Uckermann noch weitere Male vor Gericht verantworten. Im Laufe des Kommunalwahlkampfes seien zwei Dutzend Anzeigen gegen Uckermann eingegangen. „Die Schriftstücke liegen zur Prüfung bei uns“, so Wolf. Dabei geht es hauptsächlich um „wechselseitige Beleidigungen“.