Erstellt 04.10.09, 21:27h, aktualisiert 04.10.09, 21:28h
Das ist heute der schönste Tag meiner Karriere als Renndirektor. Endlich sind die 2:10 Stunden über die 42,195 Kilometer geknackt worden. Und das von gleich drei Läufern. Trotz der angespannten Finanzlage hat unser Geschäftsführer Markus Frisch mir die notwendigen Gelder freigegeben, um ein entsprechend gut besetztes Feld an den Start zu bringen, mit jungen Tempomachern, die leistungshungrig sind. Aushängeschilder sind auch für Hobbyläufer als Ansporn wichtig.
Und das Wetter hat auch mitgespielt. . .
Das Spitzenfeld hatte nur einen richtigen Regenguss bei Kilometer 27. Allerdings ist die Strecke ja bekanntlich sehr windanfällig. Das hat besonders Sabrina Mockenhaupt zu spüren bekommen. Sie ist so ein leichtes Persönchen und hat da kaum etwas entgegenzusetzen. Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie innerhalb von sechs Wochen einen zweiten Marathon so gut hinbekommen hat.
Letztes Jahr stand die Veranstaltung am Scheideweg. Kein Titelsponsor mehr, der WDR ist ausgestiegen, die Anmeldezahlen für die Königsdisziplin gingen zurück. Wie haben Sie so schnell auf die Erfolgsspur zurückgefunden?
Mit Samba-Tempoläufen, dem Hidden Run oder Verpflegungsstationen im Stadtwald konnten wir viele Kunden an uns binden. Man muss aber auch sagen, dass wir durch die Einbindung der Wettbewerbe nur für Sparkassen-Mitarbeiter in diesem Jahr viel aufgefangen haben. Nach dieser tollen Veranstaltung hoffe ich auf eine entsprechende Rückmeldung der Kölner Wirtschaft. Der Marathon ist es wert, honoriert zu werden.
Allerdings sind von 32 000 angemeldeten Sportlern nur 23 400 auf die Strecke gegangen. Wie erklären Sie sich das?
Diesen Trend beobachte ich schon länger, und ich kann es mir nicht erklären. Einige hat vielleicht die Wetterprognose abgeschreckt. Wenn jemand nicht ganz gesund ist, sollte er natürlich nicht starten. Aber das kann doch nicht auf so viele zugetroffen haben.
Aufgrund der Terrordrohungen gegen Deutschland wurde das Sicherheitskonzept mit der Polizei überarbeitet. Ist alles ruhig geblieben?
Bis zum jetzigen Zeitpunkt ja. Die Zusammenarbeit mit der Polizei hat im Vorfeld sehr gut geklappt, dennoch hatte ich die ganze Woche ein Grummeln im Bauch, dass alles ohne Zwischenfälle verläuft. Auch die medizinische Abteilung hat noch keine schlechten Nachrichten gemeldet. Am allerwichtigsten ist, dass die Läufer gesund ins Ziel kommen, alles andere könnte keinen noch so tollen Rekord aufwiegen.
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