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Kajuja

Musik satt, aber kein Highlight

Von Jörg Fleischer, 04.10.09, 21:40h, aktualisiert 04.10.09, 21:51h

Im Theater am Tanzbrunnen eröffnete wie jedes Jahr die Kajuja. Sieben Bands und die beiden Solomusiker Lutz Kniep und der „kölsche Harry“ Ralf Hirsch steckten ein breites Spektrum ab. Bei den Rednern gab es einen eindeutigen Tagessieger: Jörg Runge als „Tuppes vum Land“.

Köln - Wieder zum gewohnten Termin, am Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit, eröffnete die Kajuja den Reigen der Vorstellabende. 18 Künstler und Gruppen in gut fünf Stunden - da war Durchhaltevermögen gefragt bei den rund 700 Gästen im Theater am Tanzbrunnen. Leider wurden die dafür nicht mit dem ganz großen Highlight belohnt.

Dafür bekamen sie Musik satt und für jeden Geschmack. Sieben Bands und die beiden Solomusiker Lutz Kniep und der „kölsche Harry“ Ralf Hirsch steckten ein breites Spektrum ab. Hanak , mit langen Haaren und rockigen Gitarren, hinterließ dabei den besten Eindruck. Gradlinig und ohne Schnörkel pusteten sie auf den Pfaden von Brings den Saal ordentlich durch. Etwas verspielter, mit einem Schuss chaotischem Charme kamen die „Labbese“ daher, die seit langem mal wieder bei einem Vorstellabend auftraten und die Gelegenheit etwas zu ausgiebig nutzten, ihre neue CD anzupreisen.

Mit eingängigen Melodien gefielen „De Kröetsch“ und „Loss mer fiere“, die sich beide zum ersten Mal bei der Kajuja vorstellten. Die neu formierten „Paraplüs“ und die „Kribbelköpp“ mit einem Unplugged-Programm zeigten neue musikalische Seiten auf, während es die „Flöckchen“ mit massentauglichen Karnevalsschlagern versuchten. Tanz und Musik gab es von den „Pänz vun Gereon“, den „Kölschen Dillendöppcher“ und den „Kölschen Domputzern“.

Bei den Rednern gab es einen eindeutigen Tagessieger: Jörg Runge als „Tuppes vum Land“. In einer Reimrede persiflierte er seinen Status als Büttenredner-Nachwuchs: „Von Gummersbach bis Altenahr - kein Altenheim, wo ich nicht war.“ Zu Recht gab es stehende Ovationen.

Olaf Bürger der sächselnde „Edno Bommel“ aus Glauchau, fand sich nach seinem Überraschungscoup beim Vorstellabend 2008 wieder auf dem Boden der Tatsachen. Bananenwitze sind halt 20 Jahre nach dem Mauerfall nicht mehr der Renner. Und den übrigen Betrachtungen eines Sachsen vom rheinischen Karneval fehlte oft der Biss. „Schmitz Backes“, bislang als jecker Zauberer unterwegs, versuchte sich als „söh näckst Uri Geller“, Ralf Knoblich bot als „Knubbelisch vum Klingelpötz“ wieder Einblicke in den Vollzugsalltag, und „Feuerwehrmann Kresse“ offenbarte schon jetzt, was er seiner Frau zu Weihnachten schenkt: „Einen Mantel und eine Kette.“ - So viel? - „Ist doch alles fürs Fahrrad.“



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