Erstellt 15.10.09, 22:51h
Beispiel Schweiz: Eines der europäischen Länder, in denen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die meisten Ausländer wohnen - bei 22,6 Prozent lag der Anteil der ausländischen Bevölkerung 2008 (in Deutschland unter neun Prozent). Die stärkste Nationalität sind die Italiener (17,5 Prozent), gefolgt von Deutschen (14,2) und Portugiesen (12,0).
Wer unbefristet in der Schweiz leben und arbeiten will, braucht eine Niederlassungsbewilligung . Das seit Januar 2008 geltende Bundesgesetz über Ausländer und Ausländerinnen schreibt vor, dass sich diese mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und Lebensbedingungen in der Schweiz auseinandersetzen und insbesondere eine der drei Landessprachen erlernen müssen.
Ruud Koopmans, Leiter der Migrationsforschungsgruppe des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, verglich 2008 die Integrationskonzepte von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden, Österreich und Belgien. Sein Fazit: Länder mit restriktiver oder stärker auf Assimilation ausgerichteter Politik wie die Schweiz haben bessere Integrationsergebnisse.
Laut dieser Untersuchung wirken „multikulturelle“ Konzepte, die keine Anreize zum Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes und zudem einen leichten Zugang zu gleichen Rechten bieten, eher kontraproduktiv. Stattdessen funktioniere Integration dort besser - beispielsweise in Großbritannien - wo die Migranten nicht auf zu viele „wohlfahrtsstaatliche“ Leistungen zurückgreifen könnten. Koopmans Fazit: Wer für sich selbst sorgen muss, arbeitet, pflegt Kontakte zur Gesellschaft, lernt die Sprache, integriert sich meist mehr oder minder automatisch. (bpo)
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