Von THOMAS HEINEMANN, 19.10.09, 07:09h
Nach dem Löschen des Brandes musste die Wehr nach Glutnestern suchen, verkohlte Möbel und Gegenstände ins Freie bringen. Den Schaden am vorübergehend unbewohnbaren Haus beziffert die Polizei auf 30 000 Euro. Die Hauseigentümerin erlitt mittelschweren Verletzungen und Verbrennungen.
Erst gegen 6 Uhr konnten die Feuerwehrleute den Einsatz beenden. Zurück am Gerätehaus, erlebten sie eine böse Überraschung. Diebe und Vandalen hatten zwei der dort abgestellten Privatfahrzeuge geplündert. Torsten Biallas war in der Nacht als erster Helfer am Gerätehaus. Da standen dort schon Jugendliche, die die eintreffenden Wehrleute mit Pfiffen und Gebrüll empfingen, wie die Helfer berichteten. Es handele sich um junge Leute, aus dem Dorf, der Umgebung, manche sogar aus Nümbrecht, die sich regelmäßig abends und nachts mit ihren Autos an den Parkplätzen der Bröltalhalle und des nahen Gewerbegebietes versammelten. Hier ist fast jeden Abend Radau, manchmal sind das 30 oder 40 Mann, erklärte Biallas, der regelmäßig an den Folgetagen Berge von Müll und leere Flaschen findet. Polizei und ein privater Sicherheitsdienst patrouillierten zwar in der Gegend, doch die Uhrzeiten sind irgendwann bekannt, da kann man sich drauf einstellen, sagte Löschzugführer Claus Müller. Die Probleme sind im Dorf bekannt, das ist wirklich nichts Neues, aber es wird totgeschwiegen, einige wollen es nicht wahrhaben, sagte ein Feuerwehrmann. Neben den häufigen verbalen Attacken sei es bereits zu Übergriffen gekommen, wie Claus Müller berichtete, zuletzt beim Feuerwehrfest 2008, bei dem ein Feuerwehrmann verletzt wurde. Wir mussten erstmals einen Sicherheitsdienst engagieren, um uns und die Besucher des Festes zu schützen.
Vor zwei Jahren hatten Unbekannte bei einem der geparkten Privatfahrzeuge die Scheibe eingeschlagen und eine komplette Audio-Anlage ausgebaut. Nach dem Einsatz vom Wochenende war nun eine Tür beschädigt, es fehlten ein Handy, CDs, Aktenordner, ein teurer Funkmeldeempfänger und auch ein Schlüsselbund.Schlösser wurden darauf sofort ausgetauscht. Schaden durch die Diebe: 800 Euro in den Fahrzeugen, weitere 3500 Euro für eine neue Schließanlage. Gewisse Demotivation, Wut und Angst steigen schon lange in den Kameraden auf, das muss man nicht verheimlichen, resümiert der Löschzugführer.Die Angst verbreitet sich. Abends geht niemand mehr alleine vom Gerätehaus nach Hause, das traut sich keiner mehr. Das wichtige Sicherheitsgefühl sei verloren gegangen. Diese Verkettung gefährdet die Motivation und den Auftrag der Feuerwehr. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, kein Bedarf an weiteren Diskussionen oder Arbeitskreisen, meinten die ehrenamtlichen Helfer. Schon jetzt komme es durch das gründliche Verriegeln sämtlicher Hallentore zu Verzögerungen beim Ausrücken zum Einsatz. Nun müsse man, so der Löschzugführer, einen Schritt weiter gehen: Wir werden wahrscheinlich nun immer Helfer im Gerätehaus zur Bewachung der Autos verbleiben lassen. Personal, dass im Ernstfall am Einsatzort fehlt.
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