Von DIETER WOLF, 02.11.09, 07:03h
Lutz Lienenkämper, NRW-Minister für Bauen und Verkehr und damit zuständig für den Denkmalschutz im Lande, würdigte die Auszeichnung. 33-mal Weltkulturerbe in Deutschland, allein viermal in Nordrhein-Westfalen, das ist schon eine besondere Sache, betonte er.
Die barocken Schlösser Augustusburg und Falkenlust waren nach dem Aachener Dom 1978 die zweiten Gebäude in NRW, die diese Auszeichnung erhielten. 1996 folgte der Kölner Dom und im Jahr 2001 die Zeche Zollverein in Essen. Denkmäler dieser Art tragen die Verpflichtung, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln, so der Minister.
Uwe Skibbe, Hausherr der Brühler Schlösser, stellte zur Feier des Tages eine Neuheit vor: einen Audioguide. Mit ihm in der Hand und dem Kopfhörer am Ohr kann der Besucher künftig das Schloss und den Park genau kennen lernen.
Bei den Verantwortlichen des Schlosses hat man sich für die kommenden Jahre einiges vorgenommen, wie Ulrike Thormann, Koordinatorin der Bau- und Restaurierungsmaßnahmen am Brühler Schloss, erklärte. Nachdem die beiden parallelen Seitenwege hinter den markanten Baumreihen zu beiden Seiten des Parks wiederhergestellt wurden, ist für kommendes Jahr die gut 7,5 Millionen Euro teure Sanierung der Freitreppen geplant. Nach ihrer Fertigstellung soll die bis zwei Millionen Euro teure Fassadensanierung des Schlosses folgen, wie Architektin Thormann erklärt. Außerdem wird demnächst die 15 Meter hohe Fontäne am Spiegelweiher wieder in die Höhe schießen.
Die Renovierungsarbeiten an Schloss Falkenlust wurden bereits 2008 abgeschlossen. Finanziert wird das Ganze durch das Land NRW, das Eigentümer der beiden Schlösser ist.
Am Samstagmorgen begann der Tag mit einer Kunstaktion. Ein kleiner Festzug bewegte sich quer durch den Park zu einer weiteren Attraktion. Die seit dem Krieg verwaisten Postamente, die früher griechische Heldenfiguren aus Bleiguss trugen, besitzen nun wieder Skulpturen. In den Niederlanden wurden drei historische Verkörperungen der Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst erworben. Sie stammen aus der Zeit um 1740.
Der feierliche Zug mit Sängerin Nora Bussenius und dem Trommler Wieland Wagner schritt unter den vom Musiker Rochus Aust bearbeiteten Klängen von Vivaldis Vier Jahreszeiten zur Figur des Herbstes. Am 1. Dezember kommt die Figur des Winters hinzu. Während des Festaktes wurde der von Bildhauer Guntram Kretschmar geschaffene Winter als Gipsmodell vorgestellt.
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