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Interview mit Oliver Kalkofe

Verstehbarer Inhalt

Erstellt 02.11.09, 11:25h

Oliver Kalkofe ist bekannt für seinen hurmorvollen, oft bitterbösen Fernsehkritiken. Seit neuestem macht der Kritiker nun aber auch Filmsynchronisationen. Über diese Arbeit sprach Christoph Mathieu mit ihm.

Oliver Kalkofe
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Oliver Kalkofe (Bild: dpa)
Oliver Kalkofe
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Oliver Kalkofe (Bild: dpa)
Wie ist Ihr Ansatz, wenn Sie das Regiebuch zu einer Synchronisation schreiben?

Weder bei „OSS 117“ noch bei meiner Synchron-Arbeit an der Comedyserie „Little Britain“ wollte ich eine Kalkofe-Nummer aus dem Material machen. Ich will die Dinge nicht eindeutschen, das ist vor allem bei „Little Britain“ sehr schwer, wenn Witze nur auf Englisch funktionieren. Dann bemühe ich mich, einen anderen verstehbaren Inhalt zu finden.

Die Serie „Die Zwei“ ist legendär dafür, dass sie durch die deutsche Synchronisation noch aufgewertet wurde.

Das ist eine absolute Ausnahme. Das Original nahm sich ernst, durch die Synchro wurde die Serie komisch. Später wurde dann oft versucht, auch Komödien zu verkalauern und lustiger zu sein als das Original, aber das ging meist gehörig in die Hose.

Warum wird dann in Deutschland synchronisiert? In den meisten anderen Ländern behilft man sich mit Untertiteln.

Das hätten wir in Deutschland schlauerweise auch schon immer machen sollen - jetzt sind die Leute zu sehr an Synchronisationen gewöhnt. Ich bin kein Feind davon, im Gegenteil, es gibt bei uns hervorragende Synchronisationen.

Sie werden für die Synchro von „OSS 117“ sehr gelobt. War die Arbeit daran einfacher als die an „Little Britain“?

„OSS 117“ ist eine französische Parodie auf die Connery-Bond-Filme. Sie hat, wie Little Britain, einen speziellen Humor. Hier war erschwerend, dass ich Französisch weniger gut als Englisch spreche - auch plappern die Franzosen unglaublich schnell. Aber ich bin gut klargekommen - Dank des großartigen Regisseurs Frank Schaff und toller Sprecher!

Noch mehr Promis neben Ihnen?

Nein. Aber natürlich weiß ich, dass ich den Job auch als Promo-Gründen bekommen habe - mit einem bekannten Gesicht lässt sich ein in Deutschland unbekannter Film besser an den Mann bringen.

Bekannt geworden ist ihr Gesicht durch bissige Fernsehkritiken. Immer öfter tauchen Sie selbst im Fernsehen auf - zum Beispiel auch in der „Pro Sieben Märchenstunde“. Nicht gerade hohe Fernsehkunst. . .

Ich mache viele verschiedene Dinge - aber nur wenn ich glaube, sie könnten auch gut werden. Die Ergebnisse sind aber natürlich häufig auch mal anders als man es sich gewünscht hätte. Ich würde aber widersprechen, dass ich in erster Linie Kritiker bin. Meine Karriere begann schließlich als Radio-Komiker.

Wo ist für Sie die Grenze zwischen gutem und schlechtem Fernsehen?

Wenn ich sehe, dass sich jemand Mühe gegeben hat, dann bin ich zufrieden. Die Edgar Wallace-Filme etwa waren guter Trash - mit Spaß produziert. Das sind aber die Reality-Dokus im Fernsehen nicht mehr. Die sind einfach nur dahingerotzter Müll und machen weder den Machern noch den Zuschauern mehr Freude.



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