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Ehrlicher Neuanfang mit viel Gefühl

Von PATRICK LÜLSDORF, 05.11.09, 07:09h

Er war ganz oben und ist am Boden der Tatsachen angekommen. Im Jahr 2006 gewann er souverän die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“, kurz darauf landete...

SIEGBURG. Er war ganz oben und ist am Boden der Tatsachen angekommen. Im Jahr 2006 gewann er souverän die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“, kurz darauf landete seine erste Single „I still burn“ auf Platz 1 der Charts. Auch sein Album „Straight“ kletterte an die Spitze der Hitparade, zwei Echo-Nominierungen und erfolgreiche Konzerte in der ganzen Republik waren beste Voraussetzungen für eine große Karriere. Doch es kam alles anders, die Erfolge der nach-folgenden Platten blieben aus und Tobias Regner verlor seinen Plattenvertrag. Nun nimmt der gebürtige Bayer erneut Anlauf, er ist wild entschlossen sich im Haifischbecken der Musikindustrie durchzusetzen. Diesmal setzt er jedoch auf eigene, selbst geschriebene Lieder. Endlich macht er die Musik, die ihm wirklich am Herzen liegt. Nach einer langen Songwriting-Periode meldet sich der authentischste aller bisherigen „Superstars“ zurück. Im Siegburger „Kubana“ gab der charismatische Sänger einen Ausblick, in welche Richtung es gehen soll. Mit seiner Band befindet er sich am Anfang einer kleinen Deutschlandtournee, bei der er sein neues Album „Irgendwo da draußen“ vorstellen möchte.

Einfach „Regner“ nennt sich sein neues Projekt, diesmal in deutscher Sprache, untermalt mit erdiger, kantiger Rockmusik. Eine Plattenfirma, die sein neues Werk veröffentlicht, hat er bisher noch nicht gefunden, dementsprechend groß ist der Aufwand einer Tournee. Anstatt vor Millionen TV-Zuschauern spielte Regner in Siegburg vor knapp 80 Fans. Seine Gitarre muss er selbst stimmen, seinen Verstärker muss er alleine aufbauen. Doch Regner ist bereit, ganz von vorne anzufangen, die Musik und nicht das Produkt einer Fernsehsendung steht im Vordergrund. „Ein ehrlicher Neuanfang steht bevor, diesmal stecken 100 Prozent Tobias Regner in den Songs“, versicherte der Metallica-Fan seinen Anhängern. Die neuen Lieder stehen ihm gut, die härtere Rockmusik passt zu ihm und seiner nach wie vor beeindruckenden Stimme. Neben Regner bediente auch Semih Yanyali die dampfende E-Gitarre, Johannes Vogt am Schlagzeug und Dominik Palmer am Bass waren die sichere Rhythmusfraktion. In ruhigen Momenten, nur von seiner akustischen Gitarre begleitet, zeigt Regner seine vielleicht größte Stärke: Gefühl und Emotionalität. Regner und seine Mannen wussten musikalisch zu überzeugen. Nach einer etwas wackligen Anfangsphase wurde Regner von Lied zu Lied lockerer und lieferte eine gute Show ab. Freilich war das Kubana eher schlecht besucht. Alle Beteiligten hatten mit viel mehr Zuhörern gerechnet. Lieder wie „Sommer“, „Egal wo ich bin“ oder das Titelstück „Irgendwo da draußen“ haben dabei durchaus Hit-Potenzial, vielleicht hört man einige seiner neuen Songs im nächsten Jahr in der Endlos-Schleife der Radiosender. Zu wünschen wäre es ihm.



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