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Lachen über Erwin Lindemann

Von BERND F. HOFFMANN, 05.11.09, 11:23h

. „Ich heiße Erwin Lottemann und bin Rentner. Und in 66 Jahren fahre ich nach Island und da mache ich einen Gewinn von 500 000 Mark und im Herbst eröffnet dann der Papst mit...

RÖSRATH-FORSBACH. „Ich heiße Erwin Lottemann und bin Rentner. Und in 66 Jahren fahre ich nach Island und da mache ich einen Gewinn von 500 000 Mark und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal.“

Wer sich daran gern erinnert und darüber immer noch herzhaft lachen kann, der darf sich freuen. Denn der legendäre Lottogewinner „Erwin Lindemann“ aus der Feder Loriots feiert in Forsbach ein Bühnen-Comeback.

„Loriots dramatische Werke“ heißt die Aufführung des Rösrather Ensembles „Bühne 11-hundert“, die am kommenden Samstag im Saal der Gaststätte „Whisky Bill“ Premiere feiert. Gezeigt werden viele unvergessene Sketche wie „Die Jodelschule“ („Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.“), Mutters Klavier („Ein Klavier, ein Klavier, Mutter wir danken Dir“) und die aufregenden Erlebnisse der „Familie Hoppenstedt“. Und natürlich jener zerstreute Rentner Erwin Lindemann, der in Loriots Fernsehserie einst von Heinz Meier verkörpert wurde.

Auf der Bühne des Whisky-Bill wird diese Figur von Wolfgang Wasser verkörpert. Er ist zugleich Regisseur des 15-köpfigen Ensembles, dass sich bereits seit dem Frühjahr intensiv auf die Premiere vorbereitet. „Die Kleinkunstbühne des Whisky Bill passt perfekt zu den Loriot-Szenen“, findet Wasser. Bewusst haben die Darsteller darauf geachtet, die Szenen des großen Meisters nicht bis in kleinste Detail zu kopieren, so der Regisseur: „Wir bemühen uns, auch eigene Varianten einzubauen“. Wie beispielsweise bei Loriots „Bundestagsrede“, die von den „11-hundertern“ als Rösrather Stadtratrede präsentiert wird. „Schließlich ist Loriot kein Denkmal, an dem man nicht kratzen kann“, sagt Wasser. Dennoch gehen die Rösrather Theaterfreunde mit respektvoll an die Werke des großen Meisters. „An den Dialogen können wir natürlich nicht viel ändern, sonst würden sie nicht funktionieren“, weiß Wasser.

Eine legendäre Rolle übernimmt auch der 13-jährige Konstantin. „Dicki Hoppenstedt“ heißt das dicke freche Kind, von dem früher keiner so genau wusste ob es eigentlich Junge oder Mädchen ist. In dem Sketch „Der Vertreterbesuch“ („Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“) muss Dicki nichts weiter tun, als stumm ein Staubsaugerteil von der Sessellehne zu schieben. „Dennoch ist es ganz schön schwierig, die ganze Zeit nichts zu sagen“, gesteht Konstantin. Vor der Premiere proben die Darsteller deshalb jetzt sogar täglich.

Was dann am Samstag zu sehen sein wird, können die Besucher hautnah miterleben. Denn gewisse Abläufe und Rollenwechsel werden die Darsteller vor den Augen des Publikums absolvieren. „Und zudem wird es noch die eine oder andere Überraschung geben“, verspricht Wasser.



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