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Brillensammel-Aktion

Durchblick trotz Armut

Von LARS STROMBACH, 07.11.09, 07:06h

Timo Hesterberg hat die Not selbst gesehen. Seit 20 Jahren reist er regelmäßig nach Indien zu einem alten Schulfreund. Viele Menschen in Indien sind sehr arm. Zu arm, um sich eine Brille leisten zu können.

Rhein-Berg - Timo Hesterberg hat die Not selbst gesehen. Seit 20 Jahren reist er regelmäßig nach Indien zu einem alten Schulfreund. Viele Menschen in Indien sind sehr arm. Zu arm, um sich eine Brille leisten zu können. „Der gesetzliche Mindestlohn liegt für Männer bei 150 Rupien und für Frauen bei 100 Rupien am Tag. 70 Rupien entsprechen einem Euro“, erzählt Hesterberg. Trotzdem seien die Lebenshaltungskosten relativ hoch, zwölf Eier kosten umgerechnet immerhin 50 Cent.

Kein Wunder, dass sich in Indien viele Menschen keine Brille kaufen können, auch wenn sie aufgrund ihrer Sehschwächen dringend eine bräuchten, sagt der indische Erzbischof Dr. Felix Machado, der sich in dieser Woche in Wipperfürth aufhält. „Die Sonne ist bei uns sehr stark, doch die vielen ungebildeten Menschen bei uns messen diesem Umstand keine Bedeutung zu, schutzlos setzen sie ihre Augen der starken Sonne aus. So leiden ihre Augen Tag für Tag“, sagt der Erzbischof. Er ist zu Gast im buddhistischen Begegnungszentrum Daiseion-Ji am Stauweiher.

Der Erzbischof leitet eine Diözese in Nashik, einer Millionenstadt 200 Kilometer nordöstlich von Mumbai. In den fünf Bezirken Nashiks leben 20 Millionen Menschen, darunter 100 000 Katholiken.

Privat traf er in Indien mit Timo Hesterberg von Augenoptik Kleinhans bei einer dessen Resien zusammen. Es entstand die Idee, in Wipperfürth alte Brillen für die Armen in Nashik zu sammeln. Schon früher hatte das Wipperfürther Fachgeschäft Brillen für Afrika gesammelt und immer an einen Franziskanerpater übergeben, doch dieser befindet sich im Ruhestand. Die Brillen sollen dort an bedürftige Menschen vergegeben werden, ganz gleich, welcher Religion sie angehören. Die Aktion sei keinesfalls konfessionsgebunden, auch wenn die Verteilung über die gut organisierte Diözese laufe.

2010 zu Ostern wird die Familie Hesterberg mit den in Wipperfürth gespendeten Brillen nach Nashik reisen. Frau Shokei Steffens, und der buddhistische Abt Nissho Takeuchi, auf deren Einladung der Erzbischof nach Wipperfürth kam, kennen den Indischen Erzbischof schon seit 1996. „Dr. Machado ist in Asien sehr bekannt als Spezialist für interkonfessionelle Fragen und ein erstklassiger Botschafter der katholischen Kirche. Seine Frömmigkeit ist für uns Buddhisten ein Vorbild“, sagt die Buddhistische Priesterin. Wer Brillen für Indien spenden möchte oder die Aktion anders unterstützen möchte, kann sich an das Augenoptikgeschäft Kleinhans, Untere Straße oder an das Begegnungszentrum Daiseion-Ji, Am Stauweiher, wenden.



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