Von Tim Attenberger, 08.11.09, 21:11h
„Komplett erhalten ist aus dieser Zeit ein Taufbecken, das allerdings für Erwachsene gedacht war, da man mit dem kompletten Körper untertauchen konnte“, erklärt der Leiter der Domgrabung, Dr. Georg Hauser. Auch die Römer fanden das Areal des heutigen Doms schon attraktiv und bauten dort sechsstöckige Wohnhäuser, die später wieder abgerissen und verfüllt wurden, da die Nähe zum Rhein damals schon Schwierigkeiten bereitete. „Die Leute haben schlichtweg nasse Füße bekommen“, sagt Hauser und lacht.
Laufsteg im Museum für Angewandte Kunst
Unterdessen verwandelt sich die Treppe, die im Museum für Angewandte Kunst zur ständigen Schausammlung führt, in einen Laufsteg: Das Modeevent „Le Bloc“, benannt nach dem Straßenblock im Belgischen Viertel zwischen Venloer und Aachener Straße, in dem sich mehrere junge Designer angesiedelt haben, präsentiert dort ihre neuesten Ideen. Zu aktueller Popmusik wie „She Wolf“ von Shakira flanieren die Models mit abenteuerlichen Frisuren und gewagten Outfits die Treppe auf und ab.
Ähnlich verführerisch wie die Models auf die Besucher wirken, geben sich auch die Damen auf den Gemälden bei der Führung „Liebe, Lust und Laster“ im Wallraf-Richartz Museum. Anhand von Francois Bouchers „Ruhendes Mädchen“ erzählt Kunsthistoriker Till Busse die Lebensgeschichte der dort dargestellten Mätresse Marie-Louise O'Murphy, die zum Hof des französischen Königs Ludwig XV. gehörte. Auch das Gemälde „Juno und Argus“ von Peter Paul Rubens zieht die Blicke der Besucher auf sich und Busse erklärt, warum attraktive Frauen in der Malerei des Barock aus der heutigen Sicht immer übergewichtig wirken: „Man hatte gerade ein furchtbares Jahrhundert hinter sich gebracht mit großen Hungersnöten, und Fett war deshalb ein Zeichen von Glück für die Menschen.“ Weitere Zeichen von Schönheit waren zu dieser Zeit eine weiße, perlmuttartige Haut sowie blonde Haare, die schwarzhaarige Venezianerinnen mit Hilfe von Salzwasser und stundenlanger Sonnenbestrahlung bleichten.
Etwas gedrückter ist die Stimmung ein Stockwerk tiefer. Dort stellt die in Gründung befindliche „Stiftung für das Historische Archiv der Stadt Köln“ in Vitrinen einige Archivalien aus, die nach dem Einsturz des Gebäudes im März gerettet wurden. Darunter befinden sich sowohl bereits restaurierte Stücke, als auch beschädigte Dokumente. „Es ist schön, dass man hier einen Einblick bekommt über die Fortschritte und Probleme bei der Restaurierung“, findet Besucher Michael Weber.
Einen stimmungsvollen Ausklang des Abends finden Besucher bei einem Streifzug durch den beleuchteten Skulpturenpark an der Riehler Straße. Wer noch aktiv sein möchte, kann hier über dünne Metallsprossen einen Aussichtsturm erklimmen und von oben über die Kunstwerke blicken.
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