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Innvoation aus Wipperfürth

Auch die Wurst kommt in den Eimer

Von Michael Lenzen, 10.11.09, 22:47h

Kartoffelsalat aus dem Eimer ist dem ein oder anderen sicher schon bekannt, aber Würstchen? Bislang gab es die im Glas oder in der Dose. Doch das hat sich nun geändert. Und zwar mit Know-how aus Wipperfürth.

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Eine Vielzahl von Produkten aus dem Supermarkt kommt in der Verpackung von Jokey ins Regal. (Bild: Lenzen)
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Eine Vielzahl von Produkten aus dem Supermarkt kommt in der Verpackung von Jokey ins Regal. (Bild: Lenzen)
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Vollautomatisiert laufen die meisten Prozesse zur Herstellung der Kunststoffbehälter ab. Die Einrichtung und Einstellung ist aber noch Handarbeit. (Bild: Jokey)
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Wipperfürth - Jokey Plastik hat für einen großen Wursthersteller eine Verpackung entwickelt, die bislang einmalig ist. Wichtig bei den Würstchen ist eine luftdichte Verpackung, da sie mit Sauerstoff reagieren. Doch die Kunststoffe sind luftdurchlässig. Und so kreierten die Ingenieure eine Lösung mit einer luftundurchlässigen Schicht, einer Barriere-Verpackung.

Beginn einer neuen Entwicklung

Erstmals präsentiert wurde die neue Verpackung auf der Nahrungsmittelmesse Anuga in Köln. Das Institut Nehring begleitete die Entwicklung wissenschaftlich. Ein halbes Jahr lang wurden die Eimer mit den Würsten gelagert und untersucht. „Es waren keine geschmacklichen, mikrobiologischen und äußerlichen Veränderungen festzustellen“, gibt Jokey-Marketingchef Michael Schmitz das Ergebnis wieder. Der Kunde sei sehr zufrieden. Doch stehe man bei der Barriere-Verpackung erst am Anfang einer Entwicklung.

Stetig weiter entwickelt wurden in den letzten Jahrzehnten auch die Kunststoffe. „Kunststoffverpackungen sind heute gar nicht mehr wegzudenken“, sagt Schmitz. Die Vorteile des aus Öl gewonnenen Materials hat der Marketingchef natürlich parat. Da seien zum einen die Kosten, die im Vergleich etwa zu Weißblech günstiger seien, zum anderen die gegenüber Dosen einfacheren Funktionen bei Öffnen und Verschließen, das individuelle Design und natürlich der Logistikvorteil. Vor allem durch das geringere Gewicht und die Stapelbarkeit der Eimer. Die Flexibilität sei ein weiterer positiver Aspekt ebenso die Tatsache, dass das Material heute vollständig recycelt werden könne.

Dass die Produkte des Unternehmens gefragt sind, zeigt die Stückzahl von drei bis dreieinhalb Millionen, die in den weltweit 14 Werken täglich produziert wird. „Wir sind sicher der weltweit größte Hersteller von Kunststoffverpackungen, was die runden Formen angeht“, sagt Michael Schmitz.

Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, läuft im Stammwerk in Fähnrichstüttem eine Maschine, die im Sekundentakt unscheinbare, durchsichtige kleine Eimerchen produziert. „Das sind die 190er“, erläutert der Marketingchef, wobei die Zahl auf das Volumen hinweist. Und die werden in großen Stückzahlen benötigt, weil ein großer Discounter Brotaufstrich in dieser Verpackung anbietet. „Das Produkt gab es auch vorher schon, aber in einer ganz anderen Verpackung“, berichtet Schmitz. Mit den Eimerchen aus Wipperfürth sei der Verkauf stark gestiegen, zwischen 20 und 30 Prozent. Und so wird das Werk bis Ende des Jahres rund 13 Millionen Stück dieser kleinen Eimerchen produzieren.

Ob Farbe, Lacke, Waschmittel, Hundefutter, Eis oder eben Würstchen: Viele Dinge des täglichen Bedarfs sind verpackt in Kunststoffverpackungen made by Jokey Plastik. 400 Mitarbeiter beschäftigt das 1968 gegründete Unternehmen in Wipperfürth und Gummersbach, in allen 14 Werken weltweit sind es 1200 Beschäftigte. Und die seien sehr engagiert, lobt Schmitz. Das sei auch wichtig, denn der Verpackungsmarkt sei sehr schnelllebig. Ständig müsse weiterentwickelt und neue Ideen umgesetzt werden. Das gelte nicht nur für das Design, sondern auch für den Druck und die Produktionsverfahren. Ob Offset- oder Digitaldruck oder das Aufbringen der Labels direkt bei der Produktion, die Möglichkeiten der Firma sind vielseitig.

Großen Wert lege Jokey Plastik auch auf die Ausbildung. So werde jährlich in den Bereichen Industriekaufmann, Informatikkaufmann, Elektroniker, Lagerlogistik, Industriemechaniker, Verfahrensmechaniker und Werkzeugmechaniker ausgebildet, alleine in diesem Jahr sind es 68 Azubis in Deutschland.



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