Von MANFRED FUNKEN, 11.11.09, 07:03h
Mehr noch als das Gesetz fehle aber die Akzeptanz in der Bevölkerung, sagt Lambertz. Eine Pipeline müsste von Hürth aus bis nach Schleswig-Holstein gebaut werden, um die dort in großer Tiefe vorhandenen natürlichen Speicherkammern, sogenannte saline Aquifere, zu erreichen.
Es handelt sich dabei um unterirdische poröse Sandsteinschichten. In den Poren ist Salzwasser enthalten, das sich mit dem unter Hochdruck eingepressten CO verbindet. Das Gemisch wird vom Gestein aufgesaugt wie von einem Schwamm und dauerhaft gebunden.
Im Norden der Republik wehrt sich aber bisher die Bevölkerung so heftig gegen die Speicherpläne, dass das CCS-Gesetz, dass eigentlich längst verabschiedet sein sollte, am Nein der CDU-Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein scheiterte.
„Hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden“, meint Lambertz. Das gelte auch für die künftige Gestaltung des Emissionshandels, ein „richtiges Instrument“, wenn es unter fairen Wettbewerbsbedingungen eingesetzt werde und die Stromerzeugung aus Braunkohle nicht einseitig belaste. Hier werde man sehr genau hinschauen, was die Bundesregierung auf europäischer Ebene erreicht. Schließlich sei noch von elementarer Bedeutung, welche Regelung zur Laufzeit der Kernkraftwerke gefunden werde. Wenn man die Kernkraft aus dem Energiemix herausnehme, werde sich der Strompreis um rund 20 Prozent erhöhen, so Lambertz. Zudem seien klimapolitische Ziele ohne die CO-freie Kernenergie ebenso wenig zu erreichen wie ohne CCS-Technologie.
„Hohe Ingenieurkunst“
bei RWE sehr gefragt
Neben den Erwartungen an die Politik formuliert Lambertz auch große Herausforderungen für das eigene Haus. Bei zunehmendem Einsatz von regenerativen Energien - erreichbar seien 40-bis 50 Prozent des Energiebedarfs - müsse es der „hohen Ingenieurkunst“ gelingen, im konventionellen Kraftwerkspark flexibler auf Leistungs- und Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Beispiel: Bei Windstille oder bei Sturm fallen Windkraftwerke aus. Auf solche Schwankungen müsse man, da sie oft plötzlich auftreten, umgehend reagieren können.
In geringem Umfang sei dies bereits gelungen. Die 600-MW-Blöcke in Niederaußem beispielsweise seien so ertüchtigt worden, dass dass nun innerhalb von Minuten zumindest zehn Prozent der Leistung runter- beziehungsweise hochgefahren werden können.
Eine Notwendigkeit zur Verstromung von fossilen Brennstoffen sieht Lambertz mindestens noch für die nächsten 100 Jahre. Danach liege die Zukunft voraussichtlich in einem Mix aus erneuerbaren Energien und Atomkraft.
Für das Revier bleibe RWE Power ein verlässlicher Partner, der weiter investiere und Arbeitsplätze sichere. Die besondere Bedeutung der Braunkohle könne man schon daran erkennen, dass das Ressort Tagebaue und Braunkohle künftig unmittelbar beim Vorstandsvorsitzenden angesiedelt werde. Der bisherige Ressortleiter, Matthias Hartung, übernimmt ab 2010 die Geschäftsführung der RWE Technology, die für sämtlich Neubaubauprojekte des Konzerns verantwortlich zeichnet.
Kohlekraftwerk Hürth
16.11.2009 | 12.37 Uhr | schmitz46
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Ihren Bericht über das mögliche Scheitern der Co2-Pipeline nach Schleswig-Holstein gelesen.
Es wäre…
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