Schriftgröße

Eintritt verboten

Hausverbot für Schüler im Supermarkt

Von Margret Klose, 12.11.09, 07:18h, aktualisiert 12.11.09, 19:03h

Eine drastische Maßnahme ergriff jetzt Gerd Hamacher, Inhaber des REWE-Marktes in Merten. An seiner Ladentüre hängen Schilder, auf denen er allen Schülerinnen und Schülern Hausverbot erteilt. Regelrecht diskriminiert fühlen diese sich nun.

Hausverbot
Bild vergrößern
Der Hinweis an der Eingangstür des REWE-Supermarkts: "Ab sofort haben Schüler/innen Hausverbot!!!".
Hausverbot
Bild verkleinern
Der Hinweis an der Eingangstür des REWE-Supermarkts: "Ab sofort haben Schüler/innen Hausverbot!!!".
Bornheim-Merten - Laut Geschäftsinhaber Hamacher sollen sich einige Schüler in seinem Geschäft ziemlich danebenbenommen haben. Um Schadensbegrenzung bemüht ist jetzt die Leitung der nahen Franziskusschule, die auf Anfrage am Mittwoch mitteilte, dass kurzfristig zusammen mit der Schülervertretung und Hamacher ein Gespräch stattfinden soll. Rektorin Henriette Heitmann hat bereits telefonisch Kontakt mit dem Geschäftsinhaber aufgenommen.

Regelrecht diskriminiert fühlen sich Schüler der nahen Franziskusschule. Insbesondere diejenigen der 433 Schüler, die bisher ordentlich dort eingekauft haben. Gerne gingen sie in den Pausen zum Supermarkt, um sich Snacks zu kaufen, denn dann ist der Kiosk in der Schule geschlossen. „Uns wurde nicht einmal erklärt, warum das Hausverbot erteilt wurde", sagt Viktoria (16). „Wir haben nie etwas falsch gemacht", hebt auch Freundin Vanessa hervor, „nun werden wir dafür bestraft, dass sich andere Jugendliche nicht benehmen können." Sie findet es regelrecht beleidigend, in solch einer Art und Weise behandelt zu werden. Der Großteil der Schüler benehme sich ordentlich, der Sinn dieser Strafe sei für sie nicht zu verstehen. „Es war richtig schlimm, als ich ins Geschäft wollte und mich die Verkäuferin rausgeschmissen hat", erzählt auch Liz (16). Die habe nicht einmal erklärt warum. Sie habe nur gefragt, „kannst Du nicht lesen?" und auf die Schilder im Eingangsbereich verwiesen. „Unser Problem ist, dass sich eine kleine Minderheit von Schülern generell danebenbenimmt", erklärt Gerd Hamacher das Hausverbot. So seien ihm in der Vergangenheit mehrfach Waren gestohlen, aber auch Verpackungen von Snacks und Süßwaren aufgerissen worden. Teils seien Trinkpakete angetrunken und Süßigkeiten aus den Verpackungen herausgenommen und angeknabbert worden. Und nicht selten komme es vor, dass Schüler auch die Kunden anpöbeln. „Ich habe sogar einige Schüler persönlich angesprochen, die daraufhin lediglich sehr frech und ausweichend ,das waren wir nicht geantwortet haben." In der vergangenen Woche sei es aber besonders schlimm gewesen. „Ich sah mich gezwungen zu handeln", so Hamacher.

Sein Wunsch ist es jetzt, mit den Schülern, Lehrern und der Elternvertretung der Franziskusschule ins Gespräch zu kommen. „Ich möchte doch auch, dass wir dieses Problem in den Griff bekommen", sagt Hamacher. Die Schüler wolle er durch die Maßnahme zum Nachdenken bekommen. Wenn das gelingt, möchte er das Hausverbot schnell wieder aufheben.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Rundschau-Aktion


Rundschau-Serie


Bildergalerien


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Kino & Film - Suche


Rundschau-Service


Rundschau-Forum


Rundschau-Service


Lokalsport


RHEINLAND WETTER


Top-Links (Anzeige)


Ihre Top-Artikel



Extra


Dienste