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Guter Auftritt zählt mehr als Noten

Von DÖRTE STAUDT, 12.11.09, 07:09h

Die gute Nachricht: Es gibt sie noch, die Unternehmen, die Zeit und Geld investieren, um sich auf einer Berufsbörse zu präsentieren. Und zwar mehr, als die Hochschule...

SANKT AUGUSTIN. Die gute Nachricht: Es gibt sie noch, die Unternehmen, die Zeit und Geld investieren, um sich auf einer Berufsbörse zu präsentieren. Und zwar mehr, als die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bei ihrem „Unternehmenstag“ in der Grantham-Allee unterbringen konnte. „Wir haben lange Wartelisten anlegen müssen“, erklärte Pressesprecherin Eva Tritschler. Der Krise zum Trotz sind die Befürchtungen der Organisatoren, in diesem Jahr könnte die Beteiligung aufgrund der Wirtschaftssituation merkbar zurückgehen, nicht bestätigt worden. Rund 100 Firmen waren mit ihren Ständen vertreten. „Wichtiger als die Rekrutierung ist uns allerdings das Imagethema“, relativiert Nicole Schlosser, Projektbeauftragte der „Generali Deutschland“. Zu wenige Menschen wüssten Konkretes über ihren Konzern, unter dessen Dach zahlreiche - bekanntere - Versicherungsnamen vereint sind. Trotzdem hatte das Generali-Team auch eine improvisierte Jobbörse per Tesafilm an die Mensa-Säule gepinnt. Und Nicole Schlosser ermutigte die Besucher des Unternehmenstags: „Wir suchen immer guten Nachwuchs und auch der Quereinstieg ist nicht selten möglich.“ Interessenten konnte sie dann auch noch einen Hinweis geben, der wohl für viele Job-Anbieter gilt: „Viel wichtiger als die Zeugnisnote sind ein gutes Auftreten und die Fähigkeit zur Kommunikation.“

Imagepflege gehört auch zu den Gründen, die „Aldi-Süd“ zum Aufbau eines Informationsstandes veranlassen. Sonst zurückhaltend in der Öffentlichkeit, will das Unternehmen dennoch für seine fundierte Ausbildung zum „Regionalverkaufsleiter“ werben. Den möglichen Einstieg konnte Hans Horres am Stand gleich aus der eigenen Biografie skizzieren: „Ich habe ein Schnupperpraktikum über vier Wochen dort gemacht und dann gleich die Diplomarbeit über ein Aldi-Thema geschrieben.“

Genau für diese ersten Kontakte eignet sich der Unternehmenstag bestens, findet Roswitha Bauer von der Siegburger „Georg Jordan GmbH“, die bereits am Mittag mehrere Bewerbungsmappen von Studis auf der Suche nach einem Praktikumsplatz im Gepäck hatte. Das sieht auch Krunoslav Markotic so, Geschäftsführer des Software-Spezialisten „anderscore“: „Wenn hier unser Mitarbeiter Marcel Becker steht, der in Bonn studiert hat, dann gibt es immer Menschen, die sein Gesicht kennen“.Weil er Software-Architekten sucht, die schon sehr viel Basiswissen mitbringen, hält er viel vom Knüpfen „sozialer Netzwerke“ in seinem 20-köpfigen Team.

Zusätzlich zu den Themen „Rekrutierung“ oder „Imagepflege“, konnte der Stand der Firma „true fruits“ auch als Hort des Mutmachens und Aufruf zur Eigeninitiative fungieren. Denn das in diesem Jahr mit dem „Deutschen Gründerpreis“ ausgezeichnete, „Smoothies“ produzierende Unternehmen ist von FH-Studierenden - Ideengeber waren Marco Knauf und Inga Koster - gegründet worden. Mit bestem Erfolg.



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