Von Peter Heuchmer, 12.11.09, 22:42h, aktualisiert 02.12.09, 16:21h
Gestern gab Wolfgang Böhme, stellvertretender Direktor des Museums, den großen Coup offiziell im Adenauerzimmer des Hauses bekannt. „Wir freuen uns natürlich riesig, dass wir diese Ausstellung nach Bonn holen konnten“, sagte er. Sein Dank ging an Frank H. Asbeck, den Chef der Solarworld AG und Vorsitzenden des Kuratoriums des Fördervereins Alexander-Koenig Gesellschaft (AKG), sowie an Uwe Schäkel, den Präsidenten der AKG. Sowohl das Solarunternehmen als auch der Verein unterstützen den sechsmonatigen Abstecher der Dinos finanziell. „Als klar wurde, dass wir diese Ausstellung bekommen können, habe ich Herrn Asbeck angerufen, und er hat spontan zugesagt, Geld bereitzustellen“, freute sich Schäkel. Er erinnerte an die große Dinosaurier-Ausstellung im Jahr 1998, als der Andrang so groß war, dass die Menschen in langen Schlangen um das Museum herum standen.
Die Verantwortung für die prähistorischen Gäste trägt Ausstellungsleiter Thomas Gerken. Er muss dafür Sorge tragen, dass die Knochen, die per Lkw vom vorherigen Ausstellungsort Rosenheim angeliefert wurden, sorgfältig aufgebaut werden und ihren Platz im Rundgang des ersten Obergeschosses finden. Besondere Arbeit macht ihm und seinen Mitarbeitern das Skelett des mit 40 Metern Länge größten Pflanzenfressers, des Argentinosaurus. Er ist so groß, dass er in einem Zelt im Museumsgarten Platz finden muss. „Weil auch dort die Fläche nicht reichte, mussten Teile des Gewächshauses zurückgebaut werden“, so Böhm.
Weitere Ausstellungsstücke sind neben dem ältesten bisher bekannten Dino, dem Eoraptor, auch ein Skelett des Giganotosaurus, dessen riesiger Schädel mit seinen langen und scharfen Zähnen bereits ausgepackt im Erdgeschoss des Museums wartete. „Der konnte als größter Fleisch fressender Saurier selbst dem 40 Meter langen Argentinosaurus gefährlich werden“, erklärte Gerken. Weitere Exponate sind drei Arten, die erst vor kurzem entdeckt wurden.
Als besonderer Gast war bei dem Pressegespräch auch Martin Sander, Professor für Paläontologie an der Bonner Universität, zu Gast. Ihn stellte Gerken als einen „absoluten Experten“ vor, nicht nur an der Uni, sondern weltweit. Sander, der ebenfalls an der Ausstellung mitwirkt, erklärte die Unterschiede zu 1998: „Wir haben diesmal einen eher wissenschaftlichen Anspruch.“ Im Klartext: weniger Lebend-Rekonstruktionen der Dinos, dafür mehr Knochen, Fossilien, Eier und Fußspuren. Auch dieses Mal gibt es Führungen für alle Altersstufen. Dabei soll den Besuchern der Prozess vom Fund der Knochen bis hin zu den Forschungsergebnissen erklärt werden.
Ausstellung ab 3. Dezember im Museum Koenig, Adenauerallee 160. Voraussichtliche Öffnungszeiten: montags, dienstags, donnerstags, freitags 9 bis 18 Uhr, mittwochs 9 bis 21 Uhr, samstags, sonntags 10 bis 18 Uhr. Eintritt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Museum Alexander Koenig: Weltgrößter Dino kommt nach Bonn
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige