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Alltägliches verfremdet

Von HANNA STYRIE , 17.11.09, 07:03h

Ausstellung Künstlerforum Schau-Fenster: Monika Tönnis-Littek "Gehäuse, Maschinen und Gefährte" Eigentlich hätte man ja gern eines der fantastischen Fahrzeuge von Monika...

ERFTSTADT. Eigentlich hätte man ja gern eines der fantastischen Fahrzeuge von Monika Tönnis-Littek in ihrer Ausstellung im Stadthaus gesehen. Schade, dass man das „Gefährt mit Windsack“, den „Kabelwagen“, die „Ringwalze“ und einige ihre Artgenossen nur auf großformatigen Fotografien bestaunen kann. 25 Jahre war die Künstlerin als Kunsterzieherin am Ville-Gymnasium tätig.

Künstlerin war 25 Jahre

als Kunsterzieherin tätig

Fast im Verborgenen ist über lange Zeit ein konzeptuell geprägtes Werk entstanden, auf das jetzt das Schau-Fenster Künstlerforum in seiner aktuellen Ausstellung aufmerksam macht. Monika Tönnis-Littek interessiert sich für Technisches, Konstruiertes und Gebautes, das sie auf Fotografien, Mischtechniken, Tonobjekten und Scans oft in Ausschnitten oder aus ungewöhnlicher Perspektive präsentiert.

Losgelöst von der Funktion gewinnen Rinnen, Dächer, Treppen, Zahnräder und Kabel unvermutet eine eigene Ästhetik. Neu und rätselhaft erscheint das, was man auf den feinen Zeichnungen erblickt; das kleine Format verstärkt den Eindruck der Verfremdung. Manches erschließt sich nur schwerlich, wie etwa die Scans von Tonobjekten.

Besonders reizvoll ist das Kabelgewirr auf dunklem Grund, das so mysteriös und geheimnisvoll erscheint, während die Darstellungen von Windmaschinen die Fantasie beflügeln. Sie entstanden nach einem Aufenthalt auf der griechischen Insel Tinos, die schon in der Antike als Insel des Windes bekannt war. Monika Tönnis-Littek hat sie mit lockerem Strich aufs Blatt gebannt und vermittelt so das Gefühl von ungestüm-wirbelnder Bewegung.

Fantastische Welt voll

unbekannter Dinge

Spröde und schwer zugänglich mag die Schau zunächst wirken, die mit Arbeiten aus den frühen 80er Jahren beginnt. Wer sich aber darauf einlässt, wird schnell feststellen, wie hier der Blick für Details geschärft wird und sich unvermutet eine fantastische Welt voll unbekannter Dinge eröffnet.

Die Ausstellung im Alten Stadthaus am Herriger Tor dauert bis zum 29. November. Geöffnet ist Di-So von 16-18.30 Uhr.



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