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Kommentar – Klimagipfel

Alles Taktik

Erstellt 24.11.09, 20:00h

Im Vorfeld des Klimagipfels versuchen die Regierungen die Erwartungen zu senken. Nach dem Motto: Wenn doch etwas bei rumkommt, kann ein Erfolg verbucht werden. Dabei ist angesichts der neuen Studien gerade jetzt wichtig, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Es ist schon bezeichnend, wie jetzt überall die Erwartungen an die Klimakonferenz von Kopenhagen gedämpft werden. Das riecht stark nach der beliebten Taktik, mit deren Hilfe man schließlich noch den faulsten Kompromiss als Erfolg verbuchen kann.

Dabei muss man sich vergegenwärtigen, dass Kopenhagen schon eine nachgeholte Etappe ist. Vor zwei Jahren auf Bali blieb die Weltgemeinschaft bereits weit hinter dem Notwendigen zurück - und das nur wenige Monate nach dem vierten Bericht des IPCC, der dramatisch wie nie zuvor Tempo und Folgen des Klimawandels beschrieben hatte.

Jetzt wird vorsorglich mit dem Finger auf die Sündenböcke gezeigt. Es sind dieselben wie früher: Die USA, China, Indien. Früher wollten die drei gar nichts, jetzt wollen sie zu wenig. Die EU gibt sich bedrückt, weil Obama die Widerstände im eigenen Lager nicht recht überwinden kann. Dabei herrscht vermutlich vielerorts klammheimlich Erleichterung, weil man selbst keine Verantwortung dafür übernehmen muss, dass die notwendigen und legitimen Finanzhilfen für den Klimaschutz in armen Ländern nicht zustande kommen. Wäre es anders, hätten die EU-Staaten in den vergangenen Monaten nicht bei jedem Versuch scheitern müssen, sich auf entsprechende eigene Zusagen festzulegen.

Es gibt keinen wirklich triftigen Grund, jetzt nicht zu handeln. Im Gegenteil: Es wird in Zukunft nicht einfacher, sondern schwieriger. Weil es teurer wird und noch schneller gehen muss.



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