Von Thomas Franke, 26.11.09, 22:58h
Nach Jungs eigener Erklärung wurde er doch darüber unterrichtet, dass der Untersuchungsbericht nun vorliege. Was Schneiderhan und Wichert als enge politische Berater dabei offensichtlich versäumten: Dem Minister dringend nahezulegen, den Bericht selbst zu lesen. Wenn aber ein Minister angesichts eines derart brisanten Themas - und Anfang Oktober standen ja die erheblichen Vorwürfe gegen die Bundeswehr längst im Raum - lediglich die Anweisung gibt, den Bericht weiterzuleiten und nicht selbst auf die Idee des Aktenstudiums kommt, dann ist das ein persönliches Versagen, für das es nur eine Konsequenz geben kann: Den Rücktritt auch von seinem neuen Amt. Ansonsten sollte die Bundeskanzlerin ihn schleunigst abberufen. Denn darauf vertrauen, dass er als Minister seiner hohen Verantwortung gerecht wird, kann sie nach dieser Erklärung Jungs nicht mehr.
Seinem Nachfolger im Bendlerblock blieb nach den Enthüllungen wohl keine andere Wahl als die Entlassungen. Zumal der bislang als untadelig geltende Generalinspekteur schon zuletzt keine gute Figur machte, etwa, als er den Nato-Bericht als Entlastung für den in Kundus verantwortlichen Bundeswehr-Oberst zu werten versuchte. Deswegen brauchte es den Befreiungsschlag.
Guttenberg muss es schnell gelingen, das Vertrauen in die Spitzen von Ministeriums und Armee wiederherzustellen. Darauf haben die Politik und auch die Soldaten im Einsatz einen Anspruch.
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