Von Uta Kristina Maul, 20.08.09, 12:06h
Auffällig ist diese Wahlwerbung im Stadtbild allemal - und die dahinter stehen, sind Neulinge. Nicht in Bonn, aber mit ihrem Auftritt als BFF. Dieses Bündnis ist die eigenen Angaben zufolge "erste von Muslimen gegründete Wählervereinigung in Deutschland, die zur Kommunalwahl antritt". "Vereinen statt spalten, annehmen statt tolerieren, verstehen statt verurteilen" geben Yildiz und der 2. Vorsitzende Jürgen B. Kannich gestern vor der Presse im Hotel Kanzler als Ziele ihrer Wählervereinigung aus.
Yildiz ist auch Sprecher des vor genau drei Jahren in Bonn gegründeten "Rates der Muslime in Bonn", der sich als offizielle Vertretung aller Muslime in der Bundesstadt versteht. Auf die Initiative einzelner Mitglieder dieses Rates geht die Gründung des BFF zurück, dessen 32 Stadtratskandidaten laut Yildiz zur Hälfte in Deutschland geboren, aber alle Muslime sind. "Das BFF ist nicht der politische Arm des Rats der Muslime oder einer islamischen Partei", versichert Yildiz, "der Rat und das BFF werden strikt getrennt."
Vielmehr gehe es darum, nicht nur für Muslime bzw. Menschen mit Migrationshintergrund, sondern für alle Bürger "gleich welcher Herkunft" eine "Plattform der gegenseitigen Anerkennung zu schaffen" (Yildiz), "gegenüber Schwächeren neue Impulse im Sinne menschlicher Zuneigung zu geben" (Kannich) sowie Diskriminierung und Rassismus zu bekämpfen.
Bonn, meint BBF-Chef Yildiz, der im Wahlbezirk 01 Bonn-Zentrum direkt antritt und auf der Reserveliste den Spitzenplatz einnimmt, "kann Modellstadt in Sachen Integration werden". Darunter versteht er keineswegs allein die Sprache ("die zu lernen, ist eine Bringschuld der Zuwanderer"), sondern auch die berufliche Integration - etwa durch interkulturelle Kompetenz von Ämtern für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Darüber hinaus fordert das BFF unter anderem mehr Geld für das Referat der Integrationsbeauftragten oder die Gründung eines "rheinischen Bildungswerks für Integration".
Moussa Acharki (33), gebürtiger Bonner mit marokkanischen Wurzeln und Nummer drei der Reserveliste, hat einen ganz pragmatischen Vorschlag, wie Brücken gebaut werden können: "Straßenfeste sind gut gegen Ghetto-Bildung." Und damit für das Gefühl "In Bonn zu Hause!".
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