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Bela B. im E-Werk

Singen, bis der Arzt kommt

Von Kerstin Völling, 17.11.09, 12:16h

Bela B. hat im ausverkauften E-Werk in Köln mit seiner Mischung aus Punk und Rock überzeugt. Seine Musik war einmal mehr ein Spagat zwischen Party, Parodie und Political Correctness - den er meisterhaft beherrscht.

Bela B. von den Ärzten
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Bela B. steht für die dunkle Seite bei der Rockgruppe "Die Ärzte". (Bild: Sony BMG)
Bela B. von den Ärzten
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Bela B. steht für die dunkle Seite bei der Rockgruppe "Die Ärzte". (Bild: Sony BMG)
KÖLN. Er ist unser aller Schatz. Und er weiß es. Durch den Papierüberzug eines übergroßen Rahmens springt Bela B. auf die Showtreppe und persifliert sogleich sein Image, ein Frauenheld zu sein: "Bingo Bela Superstar ist zurück", schnalzt er; "ihr habt ihn sicher schon vermisst." Wie wahr: Unser "Rockula", unser "Oberarzt" unter den "Ärzten", unser Trommler auf Solopfaden, live und in Farbe mit seinen "Los Helmstedt" im ausverkauften E-Werk.

Was gibt's Besseres? Kurz vor seinem 47. Geburtstag mutiert Bela, der selbst ernannte "schönste Mittvierziger", allerdings schon zum schönsten Endvierziger. Er trägt Anzug, Weste und Krawatte und präsentiert nach drei Jahren Album-Pause sein neuestes Werk "Code B". Das ist wieder ganz Bela: "Die Großen sind manchmal die Kleinen, die Groben sind immer die Feinen..." lehrt uns "Schwarz/ Weiß". Nicht zu vieles also sollte man in Gut und Böse aufteilen. Bei den Jonas Brothers kann man ja mal eine Ausnahme machen: "Mit euch bekämpfen wir die Disney-Gesellschaft", ruft Bela dem Publikum zu. Das Duell mit den zeitgleich im Palladium aufspielenden Teenie-Stars ist eröffnet.

Plattitüden, in die man alles hineinterpretieren kann ("Die Sonne wärmt mir das Gesicht, und mir ist klar, so intensiv tat sie das bisher nicht") wechseln mit vermeintlich Saublödem ("Vanessa die ist bobo, Contessa die ist bobo, Peter ist bobo...") und Gruselgeschichten über tödliche Frauen ("Ninjababypowpow"). Belas Spitzen, die auch gegen den eigenen Fan-Block abzielen, sind gut versteckt. Manchmal zu gut. Den "Bobotanz" sagt Schlagzeuger Danny Young auf Englisch an. Fraglich, ob bei den "Hippie-Yuppies", die gerade mal wieder mit ihren Handys herumspielen, irgendeine Botschaft angekommen ist.

Bela und seine Band bewegen sich zwischen Party, Parodie und Political Correctness. Ein Drahtseilakt. Und genau den bekommt er oft besser hin als seine herumdoktorierende Stammband. Die Mischung aus Punk und Rock sitzt, wobei das Featuring von Chris Spedding, dem Ur-Vater des Fusionrock aus Rock, Folk, Blues und Country, noch einmal frischen Wind in die Arrangements gebracht hat. Ansonsten bleibt Belas Show unspektakulär. Sängerin Ina Paule Klink wird für romantische Duette gebraucht. Den Rest der knapp zwei Stunden wirkt sie jedoch deplatziert am Keyboard. Belas Musik ist eher Männersache. Und die rockt noch, als die Jonas Brothers längst schlapp gemacht haben.



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