Erstellt 18.11.09, 15:20h, aktualisiert 18.11.09, 15:21h
Der alte Name sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagt die stellvertretende Verbands-Präsidentin und Geschäftsführerin, Elke Wieczorek. "Wir waren im Erklärungsnotstand. Es hat uns auch immer erschreckt, wie Hausfrauen in den Medien dargestellt werden. Haushaltsarbeit ist eine qualifizierte Berufsarbeit."
Meist nur noch ältere Mitglieder entsprechen heutzutage dem klassischen Bild der Nur-Hausfrau. Immer mehr Frauen sind auch erwerbstätig. Inzwischen sind auch Männer unter den Mitgliedern. Ausdrücklich tritt der Verband für eine partnerschaftliche Teilung der Hausarbeit ein. Vor allem die "Beköstigungsarbeit" wie Einkaufen, Kochen und Spülen erfolge aber meist immer noch nach traditioneller Rollenverteilung, auch wenn die Frau erwerbstätig ist, erklärt Wieczorek. Im Schnitt beteilige sich nur etwa die Hälfte der Männer an diesen Aufgaben, heißt es in Studien.
Der Verband kämpft gegen die Herabsetzung von Hausfrauen im Vergleich zu erwerbstätigen Frauen und ein schlechtes Image der Hausarbeit. "Ziel ist die gesellschaftliche und soziale Aufwertung der unbezahlten Haus- und Familienarbeit als unverzichtbare, qualifizierte Berufsarbeit." Laut Bundesverwaltungsgericht ist Hausfrau zwar keine Erwerbstätigkeit, aber ein anerkannter Beruf. "Eine Hausfrau ist also berufstätig", betont Wieczorek.
Dennoch sind blöde Sprüche über Hausfrauen nach wie vor gang und gäbe. Im Internet führen Erkundungen zum Begriff Hausfrau schnell zu einschlägig nymphomanisch orientierten Nachfolgern des "Hausfrauen-Reports" wie etwa zur "einsamen Hausfrau, die ein wenig Abwechslung sucht". Auch deshalb war es wohl überfällig, dass sich der Verband von einem Namen trennt, der mehr bespöttelt wird, als er ansprechend ist. Auch die Aktionen des Verbands spiegeln sich im alten Namen nicht wider.
Mit dem von der Außenwelt isolierten "Heimchen am Herd" oder Anleitungen zum Häkeln ist da nichts. Küche heißt moderne, gesunde Ernährung, da wird viel Aufklärungsarbeit geleistet. Ebenso geht es um soziale Fragen wie Teilzeit oder Alterssicherung sowie um Suchtgefahren, Energiesparen oder Gentechnik. Der Haushalt werde oft nicht richtig und effektiv gehandhabt, klagt Wieczorek. Beim Kochen und Saubermachen ließen sich viel Zeit und Geld sparen, wenn man sich fortbilde. Ein Ziel sei es auch, an Schulen Haushaltskompetenzen zu vermitteln.
Der 1949 aus lokalen Hausfrauenvereinen neu formierte Bund zählt heute etwa 60 000 Mitglieder, die meist in Ortsverbänden tätig sind. Als Berufsorganisation vertritt er als Arbeitgeberverband die Belange der hauswirtschaftlichen Berufsbildung und ist auch Tarifpartner der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für hauswirtschaftliche Angestellte. Der frühere Hausfrauenbund war 1915 gegründet worden. (dpa)
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22. April 2012,
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