Von Elmar Dreher, 12.12.09, 17:54h, aktualisiert 12.12.09, 19:01h
Freiburg - Insgesamt zufrieden reagierten alle Beteiligten trotz der müden Null-Nummer im Nachbarschaftsduell zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln.
«Der Punkt ist nach den Niederlagen von Nürnberg und Bochum Gold wert», urteilte Robin Dutt, der Trainer des badischen Aufsteigers, auch wenn er sich endlich mal wieder einen Heimsieg gewünscht hatte. Einen «Dreier» hatte auch sein Kölner Kollege Zvonimir Soldo angestrebt. «Aber nach dem Spielverlauf müssen wir zufrieden sein», sagte er nach dem 0:0.
Freiburg wartet nun schon elf Wochen auf den zweiten Heimerfolg seit seinem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga, holte aber im mit 24 000 Zuschauern ausverkauften badenova-Stadion wenigstens den fünften Zähler. «Damit haben wir weiter an Boden nach hinten gut gemacht», sagte Dutt. Die «Geißböcke» ließen auswärts zum sechsten Mal in Serie kein Gegentor zu und stellten damit einen Rekord in der Erstliga-Geschichte auf. Negativ blieb aber die eigene Abschlussschwäche. «Wenn man mit sieben Toren 15 Punkte holt, spricht das für die Effektivität», relativierte Manager Michael Meier dieses Manko.
Bei Köln kehrte Stammkeeper Faryd Mondragon nach auskuriertem Faserriss im Oberschenkel ins Team zurück, so dass Soldo seine stärkste Formation aufbieten konnte. Bei Freiburg fehlte Verteidiger Pavel Krmas (Reizung im Hüftbeuger). Obwohl somit beide Mannschaften in gewohnter Weise antraten, kam im ersten Durchgang nur selten ein sehenswerter Spielfluss wegen vieler leichtfertiger Abspielfehler zustande. «Der entscheidende Pass, die letzte Flanke kam nicht», bemängelte SC-Abwehrchef Heiko Butscher, sprach aber dennoch von Fortschritten.
Von den Spielanteilen und vom Chancenverhältnis her verlief das Duell der Tabellennachbarn weitgehend ausgeglichen. Lukas Podolski scheiterte dreimal knapp für die Kölner. Zweimal traf der Nationalstürmer nur die Latte (11. und 29.), dann parierte SC-Torhüter Simon Pouplin einen Distanzschuss (34.). «Wir hatten uns drei Punkte gewünscht», trauerte «Poldi» den verpassten Möglichkeiten nach. Für den Aufsteiger hatte Mohamadou Idrissou zwei gute Chancen: per Kopf (8.) und allein frei stehend vor Monrdagon (45.+1), als er fast schon kläglich den Keeper aus Nahdistanz anschoss. Zudem wehrte der Kolumbianer einen Fernschuss von Du-Ri Cha (22.) ab.
Auch im zweiten Durchgang ließ das spielerische Niveau zu wünschen übrig. Freiburg machte jetzt allerdings mehr Druck, so dass die Gäste nur noch zu gelegentlichen Entlastungsangriffen kamen. Beide Kontrahenten erspielten sich aber keine zwingende Torchancen. Es fehlten Kreativität und Durchschlagskraft. Zudem agierten die Offensivabteilungen häufig zu umständlich: Statt den direkten Weg aufs Tor anzustreben, entschärften sie durch Querpässe oft selbst die Situation. Dutt entschuldigte seine Schützlinge: «Wir wollten nicht alles in dem Spiel riskieren.»
Wegen des langweiligen «Kicks» wanderten viele Zuschauer vorzeitig ab. Auch Bundestrainer Joachim Löw hatte elf Minuten vor dem Abpfiff genug gesehen. Die große Chance zum Freiburger Siegtreffer vergab der eingewechselte Tommy Bechmann in der 88. Minute.
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