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Kein Stopp in Kall

Von ALICE GEMPFER, 12.12.09, 07:00h

Der Kaller Wolfgang Röhrig ist sauer auf die Deutsche Bahn. Röhrig - und rund 100 andere Fahrgäste, die in Kall aussteigen wollten - waren am Donnerstagabend schon fast...

KALL. Der Kaller Wolfgang Röhrig ist sauer auf die Deutsche Bahn. Röhrig - und rund 100 andere Fahrgäste, die in Kall aussteigen wollten - waren am Donnerstagabend schon fast zu Hause. „Um 17.25 Uhr, kurz vor dem Bahnhof Kall, blieb der ohnehin schon zehn Minuten verspätete Regionalzug aus Köln stehen.“ Nach einigen Minuten habe eine Durchsage informiert, dass im Kaller Bahnhof die Beleuchtung ausgefallen sei. Röhrig: „Später wurden die Fahrgäste informiert, dass der Zug in Kall nicht halten dürfe und bis Urft durchfahren werde. Die Bahn sicherte zu, dass in Urft genügend Taxis bereit stehen würden. In Urft herrschte das reinste Chaos, weil viele ihre Angehörigen verständigt hatten, die sie mit dem Auto abholten.“ Zudem, so der Kaller, der auf dem Heimweg von seiner Arbeitsstelle in Köln war, seien die angekündigten Taxis erst geraume Zeit später und in viel zu geringer Zahl eingetrudelt.

Als sich das Chaos lichtete, konnte auch Röhrig, dessen Frau ihn abholte, Richtung Kall starten. Und beschloss, sich ein Bild zu machen: „Der Blick auf den Bahnsteig Kall bestätigte, was bei der Durchfahrt erkennbar war. Ausgefallen waren nur die wenigen Bahnsteiglampen.“ Seine Frau, die in Kall am Bahnsteig gewartet hatte, habe den Ausfall der Lampen erst nach der Durchsage bemerkt. Denn: „Alle anderen Außenlampen des Bahnhofs sowie der angrenzenden Parkplätze und Straßen erhellten den Bahnsteig noch mehr als deutlich.“

Kein

Verständnis

Röhrig versteht nicht, warum „das ganze Theater“ nötig war: „Es hätte völlig ausgereicht, die Fahrgäste vor dem Aussteigen auf die ausgefallenen Lampen hinzuweisen.“ Und darauf, vorsichtig auszusteigen. „Das allerdings hätte vorausgesetzt, dass die Bahnmitarbeiter Flexibilität beweisen.“ Stattdessen habe er wieder einmal eine „Frechheit“ und „Bevormundung durch die Bahn“ erfahren.

Ein Sprecher der Bahn bestätigte gestern den Sachverhalt. Die Durchfahrt bis Urft sei aus versicherungstechnischen Gründen unumgänglich gewesen.

Ein Argument, das Röhrig nicht einleuchtet: „Im Winter frieren im Talent manchmal die Trittbretter, die zum Ausstieg ausgefahren werden, ein. Dann dürfen die Fahrgäste trotzdem aussteigen, werden aber darauf hingewiesen, vorsichtig zu sein. Das finde er als Service in Ordnung, auch wenn man auf den manchmal ebenfalls vereisten Bahnsteig springen müsse, was aus seiner Sicht mehr Unfallpotenzial berge als der Ausstieg bei ein bisschen weniger Licht. Auch habe ihm ein Kollege gestern berichtet, dass neulich an seinem Heimatbahnhof ebenfalls die Beleuchtung ausgefallen sei. Die Bahn habe darauf hingewiesen und alle hätten aussteigen dürfen.



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