Von ALICE GEMPFER, 12.12.09, 07:00h
Als sich das Chaos lichtete, konnte auch Röhrig, dessen Frau ihn abholte, Richtung Kall starten. Und beschloss, sich ein Bild zu machen: Der Blick auf den Bahnsteig Kall bestätigte, was bei der Durchfahrt erkennbar war. Ausgefallen waren nur die wenigen Bahnsteiglampen. Seine Frau, die in Kall am Bahnsteig gewartet hatte, habe den Ausfall der Lampen erst nach der Durchsage bemerkt. Denn: Alle anderen Außenlampen des Bahnhofs sowie der angrenzenden Parkplätze und Straßen erhellten den Bahnsteig noch mehr als deutlich.
Kein
Verständnis
Röhrig versteht nicht, warum das ganze Theater nötig war: Es hätte völlig ausgereicht, die Fahrgäste vor dem Aussteigen auf die ausgefallenen Lampen hinzuweisen. Und darauf, vorsichtig auszusteigen. Das allerdings hätte vorausgesetzt, dass die Bahnmitarbeiter Flexibilität beweisen. Stattdessen habe er wieder einmal eine Frechheit und Bevormundung durch die Bahn erfahren.
Ein Sprecher der Bahn bestätigte gestern den Sachverhalt. Die Durchfahrt bis Urft sei aus versicherungstechnischen Gründen unumgänglich gewesen.
Ein Argument, das Röhrig nicht einleuchtet: Im Winter frieren im Talent manchmal die Trittbretter, die zum Ausstieg ausgefahren werden, ein. Dann dürfen die Fahrgäste trotzdem aussteigen, werden aber darauf hingewiesen, vorsichtig zu sein. Das finde er als Service in Ordnung, auch wenn man auf den manchmal ebenfalls vereisten Bahnsteig springen müsse, was aus seiner Sicht mehr Unfallpotenzial berge als der Ausstieg bei ein bisschen weniger Licht. Auch habe ihm ein Kollege gestern berichtet, dass neulich an seinem Heimatbahnhof ebenfalls die Beleuchtung ausgefallen sei. Die Bahn habe darauf hingewiesen und alle hätten aussteigen dürfen.
Früher ...
12.12.2009 | 17.48 Uhr | Ieserbähner met dä Plämp
… konnte ich noch erleben, wie der Schienenbus auf der Eifelquerbahn weitab von jeder Bahnsteigkante mitten im Wald hielt, um zwei Menschen den Weg…
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