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Neuer Personalausweis

Kärtchen mit komfortablen Extras

Von Werner Grosch, 14.12.09, 22:07h

Nun steht der Termin endgültig: Ab 1. November 2010 werden die neuen, elektronischen Personalausweise ausgegeben. Kleiner, sicherer und mit Extra-Funktionen ausgestattet. Den Bedenken der Datenschützer wurde Rechnung getragen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Personalausweis
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So sieht der neue Personalausweis aus. (Bild: dpa)
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So sieht der neue Personalausweis aus. (Bild: dpa)
Wie sieht der neue Ausweis aus?

Er hat das Format einer Scheckkarte und unterscheidet sich sonst auf den ersten Blick kaum vom alten Ausweis. Lediglich das Foto ist im Verhältnis zum Format deutlich größer.

Wie hoch ist die Gebühr?

Die Gebühr ist bisher noch nicht festgelegt. Beim Bundesinnenministerium in Berlin heißt es, Kosten und Nutzen sollten für den Bürger „in einem ausgewogenen Verhältnis“ stehen. Da die Bundesregierung den Nutzen deutlich höher ansetzt als beim bisherigen Ausweis, dürfte wohl auch der Preis entsprechend höher liegen. Bislang muss man acht Euro für die Ausstellung bezahlen.

Welche neuen Funktionen gibt es?

Das Foto ist nicht nur abgedruckt, sondern auf einem Chip auch elektronisch gespeichert. Zudem enthält der Ausweis einen elektronischen Identitätsnachweis und darüber hinaus die Möglichkeit, noch eine elektronische Signatur zu hinterlegen, die sogar die eigenhändige Unterschrift rechtsgültig ersetzen kann. Zudem können Fingerabdrücke elektronisch auf dem Chip gespeichert werden.

Was hat der Bürger davon?

Der elektronische Identitätsnachweis soll Geschäfte im Internet sicherer machen. Man braucht dann beispielsweise bei einer Bestellung in einem Internet-Kaufhaus nicht mehr seine Kreditkartennummer preiszugeben. Die elektronische Signatur erweitert diese Möglichkeiten noch, indem sie jede Art von Vertrag papierlos abschließen lässt, beispielsweise die Eröffnung eines Bankkontos. Die gespeicherten Fingerabdrücke senken für den Bürger die Gefahr, dass nach einem Diebstahl des Ausweises jemand anders die Identität benutzt.

Was braucht man für die Zusatzfunktionen?

Um den elektronischen Identitätsnachweis nutzen zu können, braucht man einen Computer mit Internetanschluss und einem Kartenlesegerät. Außerdem muss eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) wie bei der EC-Karte beantragt werden.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

„Sehr kritisch“ sah der Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar den Plan des damaligen Innenministers Schäuble, die Fingerabdrücke zur Pflicht zu machen. Auch die SPD leistete in der großen Koalition Widerstand. Nun ist die Abgabe der Fingerabdrücke rein freiwillig.

Nach Ansicht des Innenministeriums wird der Datenschutz verbessert. Das gelte vor allem bei Online-Geschäften, denn künftig müssen Unternehmen, die Ausweisdaten für den Identitätsnachweis nutzen wollen, ein „Berechtigungszertifikat“ beantragen und damit ihre Seriosität darlegen.

Welche Risiken gibt es noch?

Ähnlich wie bei der EC-Karte: Wer den Ausweis verliert und auch noch die PIN etwa durch einen schlecht codierten Eintrag im ebenfalls verlorenen Adressbuch preisgibt, der riskiert, dass jemand auf seine Kosten groß einkauft. Bei Verlust oder Diebstahl kann man den Ausweis aber sofort sperren lassen - entweder über eine Telefon-Hotline oder bei einem Amt, das Ausweise ausstellt.

Was hat der Staat davon?

Das digitale Foto ermöglicht einen schnelleren und einfacheren Abgleich mit den Dateien gesuchter Personen und erschwert Fälschungen. Die Fingerabdrücke, so weit vorhanden, stellen sicher, dass der Besitzer des Ausweises und die Person auf dem Dokument identisch sind. Außerdem soll die Neuerung Kosten vor allem für Papier und Personal sparen, weil Behördenabläufe effizienter werden. Ein Beispiel dafür ist der Zoll, wo Grenzkontrollen massiv beschleunigt werden können.

Der damalige Innenminister Schäuble nannte im vergangenen Jahr ein konkretes Beispiel, wie auch die Wirtschaft profitieren könne: Allein bei Eröffnungen von Konten könnten die Banken durch die elektronische Signatur jährlich rund 130 Milliarden Euro sparen.

Wie wird der Ausweis getestet?

Seit Oktober läuft ein groß angelegter Test, an dem sich 30 Unternehmen und Behörden beteiligen. Hier wird die praktische Anwendung geprüft - beispielsweise bei der Abfertigung von Fluggästen, der Altersprüfung bei Glücksspielen, der Online-Zulassung von Autos oder dem Fahrkartenverkauf für Bus und Bahn.

Wer stellt den Ausweis her?

Zuständig dafür ist die Bundesdruckerei, die längst mehr als eine Druckerei ist. Das Unternehmen, das im Jahr 2000 an einen Finanzinvestor verkauft und vor einem Jahr vom Bund aus Gründen eines „wachsenden Sicherheitsbedürfnisses“ zurückerworben wurde, hat heute rund 1300 Mitarbeiter. Sie drucken nicht nur Geld, Ausweise und Briefmarken, sondern produzieren moderne Technik. Dazu gehören auch Lesegeräte für die elektronischen Ausweise.



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