Von Michael Friedrich, 20.12.09, 21:45h
Konjunkturflaute und hohe Spritpreise gäben vielen Unternehmen, die zu leichtsinnig wirtschafteten, allenfalls den Rest, sagt Kremer. Durch die Abwrackprämie seien die Probleme lediglich übertüncht worden. „Wir haben dieses Jahr noch eine extreme Beschönigung, weil viele Händler von der Abwrackprämie profitiert haben. Das Problem wird aber nur um ein Jahr verschoben.“ Die häufigsten Fehler seien zu große Vertriebsnetze, unproduktive Werkstätten, ein schlechtes Gebrauchtwagenmanagement und schlechter Service.
Doch auch der Markt dürfte im kommenden Jahr seinen Beitrag zur Misere leisten. Durch die Abwrackprämie haben sich die Kunden an das niedrige Preisniveau gewöhnt. Diesen Trend jetzt umzukehren wird nach Ansicht von Experten schwierig. Ferdinand Dudenhöffer vom Auto- Forschungszentrum der Universität Duisburg-Essen warnt vor einer Rabattschlacht bei Herstellern und Händlern. Schon im November hätten die Rabattaktionen trotz aufgebrauchter Budgets leicht angezogen. Im Januar seien die „Verkaufsförderungsbudgets“ wieder prall gefüllt. Dudenhöffer erwartet, dass 2010 im Schnitt gut 20 Prozent Rabatt gewährt werden.
Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in Bonn will in die Rufe der Warner allerdings nicht einstimmen. Die Zahl der Insolvenzen sei in den vergangenen Jahren stabil gewesen, sagt Sprecher Ulrich Köster. Auch in diesem Jahr sehe es nicht nach einem Ausreißer aus. Für 2010 sei zwar noch keine Prognose möglich, bei den Neuzulassungen verspreche es nach dem guten Jahr 2009 aber zumindest ein solides Jahr zu werden. „Wir gehen davon aus, dass wir uns auf einem normalen Niveau bewegen werden.“ Insgesamt dürfte die Zahl der Betriebe in den kommenden Jahren aber schrumpfen, räumt er ein. „Es wird sich auf jeden Fall eine Konsolidierung ergeben.“ Der Verband vertritt 39 000 Kfz-Betriebe in Deutschland mit 460 000 Beschäftigten. (dpa)
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