Von Uta Kristina Maul, 04.01.10, 20:25h
Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Heidelberger Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek. Er war bereits in den vergangenen drei Monaten als vorläufiger Insolvenzverwalter bei der Gesellschaft tätig.
Da noch nicht feststeht, ob oder wann das im Bau befindliche Kongresshotel seinen Betrieb aufnimmt, hat Seagon nun gegenüber zwölf Mitarbeitern, die ausschließlich mit der Vorbereitung der Aufnahme des Hotelbetriebs befasst waren, Kündigungen ausgesprochen. Die Beschäftigten seien bereits informiert. Der Tagungsbetrieb läuft indes trotz des Insolvenzverfahrens weiter. Die gebuchten Veranstaltungen in den Bestandsgebäuden der Gesellschaft - also in Plenarsaal, Wasserwerk, Beethovenhalle - finden wie geplant statt.
Möglich wurde dies, weil sich der Stadtrat in einer Sondersitzung kurz vor Weihnachten dazu durchgerungen hatte, den Insolvenzverwalter zunächst bis Ende Februar mit einem Zuschuss von 800 000 Euro auszustatten (wir berichteten). Den Insolvenzverwalter stimmt das offenbar optimistisch. Zum jetzigen Zeitpunkt geht Seagon sogar davon aus, dass er weniger Geld von der Stadt in Anspruch nehmen muss: „Insbesondere in der Beethovenhalle sind im Januar und Februar zahlreiche Events gebucht, so dass wir entsprechend Einnahmen realisieren können.“ Zuversichtlich ist der Jurist auch, dass über den Februar hinaus Veranstaltungen in den Kongressräumlichkeiten stattfinden können. „Der Rat der Stadt Bonn hat signalisiert, dass er auch langfristig Events im Plenarsaal, dem Wasserwerk und der Beethovenhalle sicherstellen möchte“, sagt Seagon. Bis Mitte Februar müssten sich die Beteiligten nun darüber verständigen, in welcher Form dies geschehen soll. Festgeklopft werden soll diese dann in der Stadtratssitzung am 18. Februar.
Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) ist jedenfalls gewillt, dauerhafte Lösungen zu finden. In einer verwaltungsinternen Besprechung zum WCCB kündigte er gestern nach Auskunft von Stadtsprecher Friedel Frechen an, Event- und Kongressveranstaltern Signale geben zu wollen, dass die Stadt alles daransetze, um die Tagungsstätten langfristig zu sichern.
Die WCCB Management GmbH hatte Anfang Oktober beim Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Überschuldung gestellt. Notwendig geworden sei dies, nachdem die Gesellschaft für ein Sparkassendarlehen an die Trägergesellschaft des Kongresszentrums, die UNCC GmbH, in Mithaftung genommen worden sei, erklärt der Insolvenzverwalter. Insolvenz angemeldet hatten auch Generalübernehmer SMI Hyundai Europe GmbH und die UNCC GmbH.
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