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Pakistan

Selbstmordanschlag auf Prozession

Erstellt 28.12.09, 13:18h, aktualisiert 28.12.09, 14:38h

Offenbar hat sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Prozession zum schiitischen Aschura-Fest in die Luft gesprengt. Mindestens zwanzig Menschen kamen dabei ums Leben. Bereits am Sonntag sind bei einem Anschlag zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Pakistan Selbstmord
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Ein Selbstmordattentäter spengte sich inmitten einer Prozession in die Luft. (Bild: dpa)
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Ein Selbstmordattentäter spengte sich inmitten einer Prozession in die Luft. (Bild: dpa)
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Einfluss der Taliban in der Grenzregion von Pakistan und Afghanistan (Grafik: dpa)
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ISLAMABAD - Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Prozession zum schiitischen Aschura-Fest in der südpakistanischen Hafenmetropole Karachi sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Polizeichef der Stadt, Waseem Ahmed, am Montag mitteilte, wurden mindestens 80 weitere Menschen verletzt, als der Täter an der Spitze des Zuges inmitten der Gläubigen seinen Sprengstoff zündete. Nach dem Anschlag lieferten sich wütende Schiiten Straßenschlachten mit Polizisten. Autos und Geschäfte gingen in Flammen auf. Kämpfe im Grenzgebiet zu Afghanistan forderten unterdessen mehr als 30 Tote.

Die Behörden hatten in Karachi mehr als 10 000 Polizisten und Soldaten zusammengezogen, um die Aschura-Feierlichkeiten zu schützen. Mit dem Aschura-Fest gedenken schiitische Muslime ihres Märtyrers Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Etwa 20 Prozent der 170 Millionen Pakistaner sind Schiiten. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist sunnitischen Glaubens. Zwischen den Anhängern der beiden Glaubensrichtungen kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Erst am Sonntag waren bei einem Anschlag auf eine schiitische Prozession im pakistanischen Teil Kaschmirs zehn Menschen getötet worden.

Bei einem Feuergefecht im Stammesgebiet Süd-Waziristan starben zwei Soldaten und 15 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban. Wie die Armee am Montag mitteilte, hatten die Aufständischen am Vorabend einen Militärposten angegriffen. Im nördlich gelegenen Stammesgebiet Orakzai wurden nach Medienberichten 15 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Angehörigen einer regierungstreuen Stammesmiliz und Taliban getötet. In den Taliban-Hochburgen an der afghanischen Grenze führt das Militär seit Oktober eine Großoffensive gegen die Extremisten. (dpa)



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