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Alkohol-Testkäufe

Zweimal landete Schnaps in Kinderhand

Von Ingo Schmitz, 05.01.10, 22:39h

Erftstadt führte erstmals Testkäufe mit Jugendlichen durch – mit einem guten Ergebnis: Die Supermärkte beachteten das Gesetz. Doch Ausrutscher gab es bei dem Testlauf dennoch - so geriet ein 17-Jähriger auch an eine Flasche Schnaps.

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In Supermärkten gab es keinen Alkohol für Jugendliche. Wie hier bei Rewe-Richrath ließen sich die Kassiererinnen immer die Ausweise zeigen. (Bild: Rosenbaum)
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In Supermärkten gab es keinen Alkohol für Jugendliche. Wie hier bei Rewe-Richrath ließen sich die Kassiererinnen immer die Ausweise zeigen. (Bild: Rosenbaum)
Erftstadt - Stefan Buch könnte man die 18 Jahre abnehmen. Wegen seiner großen Statur und seiner dunklen Stimme geht der 17-Jährige schon mal schnell als volljährig durch. So auch bei seinem Job als Alkoholtestkäufer für das Ordnungsamt. Ein Kioskbesitzer verkaufte ihm darum auch prompt eine Flasche Schnaps. Doch das war eher ein Ausrutscher bei den erstmals in Erftstadt durchgeführten Testkäufen von Alkohol mit Jugendlichen.

Sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren machten sich im Auftrage der Stadt im November und Dezember auf den Weg – allesamt Kinder von Verwaltungsmitarbeitern. Ordnungsdezernent Volker Erner wählte bewusst die Phase der aufkeimenden Karnevalssession. „Wir haben in den letzten Jahren nicht immer gute Erfahrungen in der fünften Jahreszeit machen müssen“, spricht er teils schlimme Alkoholexzesse bei Jugendlichen an. Damit sollten die jetzigen Testkäufe auch ein Warnschuss für die heiße Phase des Straßenkarnevals sein.

Die Bilanz der beiden Tage, an denen die Aktion stattfand, kann sich aus Sicht des Ordnungsamtes sehen lassen. Kioske, Supermärkte und Tankstellen wurden getestet, insgesamt 20 Betriebe. In zwölf von ihnen gab es für die Jugendlichen nichts zu holen, darunter in allen Supermärkten. An der Kasse wurden die Testkäufer nach ihrem Ausweis gefragt. Danach wurden die Alkoholflaschen zurück ins Regal gestellt. In sechs Betrieben jedoch bekamen die Jugendlichen Bier und alkoholische Mixgetränke aus gehändigt. In zwei Kiosken passierte allerdings der Gau: Ein bisschen Bitten war zwar nötig und die Verkäufer achteten auch darauf, dass kein weiterer Kunde es mitbekam, aber dann ging eine Flasche Hochprozentiges über die Theke.

Die sich im Hintergrund aufhaltenden Ordnungsamtsmitarbeiter griffen direkt ein. „Wir haben den Kauf rückgängig gemacht, der Verkäufer wurde verwarnt“, berichtet Anette Mandt. Bürgermeister Franz-Georg Rips macht jedoch klar, das die zwei Kioskbesitzer für dieses Mal noch mit einem blauen Auge davon gekommen sind. „Wer sich nicht an den Jugendschutz hält, wird bestraft“, droht er bei weiteren Vergehen Geldbußen bis zu 50 000 Euro an.

Denn mit dem ersten Testkauf ist die Maßnahme noch nicht beendet.

„Wie bleiben am Ball“, kündigt Erner weitere verdeckte und offene Kontrollmaßnahmen an. So sollen unter anderem zu Weiberfastnacht an den neuralgischen Punkten Kombistreifen von Polizei und Ordnungsamt nach dem Rechten schauen – und es wird auch weitere Testkäufe geben.



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