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Hilferuf aus Kamenicky Senov

Nach 154 Jahren droht das Ende

Von MARCUS BIERLEIN, 07.01.10, 07:18h, aktualisiert 07.01.10, 18:33h

Aus Kamenicky Senov, Rheinbachs tschechischer Partnerstadt, ist ein Hilferuf in die Welt geschickt worden. Der dortigen Glasfachschule, der ältesten der Welt, droht nach 154 Jahren das Aus; sie soll im April mit jener in Novy Bor (Haida) fusionieren und geschlossen werden.

Rheinbach - Aus Kamenicky Senov , Rheinbachs tschechischer Partnerstadt, ist ein Hilferuf in die Welt geschickt worden. Der dortigen Glasfachschule, der ältesten der Welt, droht nach 154 Jahren das Aus; sie soll im April mit jener in Novy Bor (Haida) fusionieren und geschlossen werden. Die Schule war Vorbild für die 1948 auf Initiative von Heimatvertriebenen gegründete Glasfachschule in Rheinbach, mit der hiesigen Einrichtung besteht seit 1996 auch eine Partnerschaft, die die Grundlage für die offizielle Städtepartnerschaft bildete.

Als Gründe für die Schließung wurden auf einer Pressekonferenz von Schülern, Lehrern und namhaften Absolventen in Steinschönau zu wenige Studenten, zu wenig Förderung seitens der Schulbehörde und zu wenig Verantwortung der Tschechischen Republik für ihr prestigereiches Glasgewerbe genannt. An die Spitze der Bewegung haben sich der Direktor der Schule, Frantisek Janak, der Wiener Peter Rath, Vorstandsmitglied der Europäischen Lüsterforschungsgesellschaft „Light and Glass, und die junge Sprecherin der „International Glass Alliance, Amy Brabender, gesetzt. Die Amerikanerin hat im Internet eine Online-Petition zum Erhaltung des legendären Standortes Europäischer Glasausbildung gestartet, auf die auch der Rheinbacher Partnerschaftsverein auf seiner Homepage hinweist. Bis gestern Nachmittag wurde die Petition von 464 Befürwortern im Internet unterzeichnet.

Für Helfried Glössner, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, wäre es ein herber Verlust, wenn die älteste Glasfachschule nicht mehr das Ansehen für das Glas, für den Tschechischen Staat in die Welt hinaus repräsentieren könnte: „Wirtschaftliche Zwänge gilt es zu berücksichtigen, aber die kulturellen Leistungen sollten eine Lösung ermöglichen, getreu der Devise: ,Es gibt zwar Probleme, es gibt aber auch Lösungen.“

Bis zu einem Sitzungstermin der örtlichen Schulbehörde in Liberec soll nun ein Konzept vorgelegt werden, das sich vor allem auf ausländische Universitäten stützt, die Studenten zu bezahlten Aufenthalten nach Steinschönau zu schicken. Gedacht ist an einen stufenweisen Übergang von einer derzeitigen Matura-Glasfachschule zu einem internationalen Privat-Institut mit anrechenbaren Lehrgängen, Gastprofessoren aus aller Welt und mit einer derzeit besonders wichtigen Abteilung für Licht- und Beleuchtungsplanung. Glössner: „Der Vorschlag von ,Light and Glass wäre eine Lösung, die die Bedeutung der Kunstglasfachschule in Kaminický "enov gerecht werden könnte.“



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