Von Daniel Taab, 06.01.10, 22:41h, aktualisiert 06.01.10, 22:43h
Bei dem Drama, das sich Anfang Juli 2009 im St. Franziskus-Hospital in Ehrenfeld zugetragen hat, geht es um eine schwer kranke 83-Jährige und eine umstrittene Patientenverfügung. Die chronisch lungenkranke Patientin war mit Verdacht auf eine Lungenentzündung in das Krankenhaus gebracht worden. Als sich ihr Zustand verschlechterte, sei sie auf die Intensivstation verlegt worden, berichtete das Krankenhaus am Tag nach dem Vorfall. Als der Schwiegersohn und dessen Sohn im Hospital eintrafen, habe der Stationsarzt mit ihnen über die geringen Lebenschancen gesprochen. Allerdings sei dabei auch klar zum Ausdruck gekommen, dass die Situation nicht ganz hoffnungslos sei, hieß es. Trotzdem hätten die Angehörigen mit Hinweis auf die Patientenverfügung den Abbruch der Maßnahmen auf der Intensivstation gefordert. Dies lehnten die Verantwortlichen der Klinik ab.
Kurze Zeit später eskalierte die Situation. Der Schwiegersohn soll laut Anklage medizinische Geräte abgeschaltet haben; die Frau starb. Ein Gutachten bescheinigt allerdings, dass das Abschalten der Geräte nicht todesursächlich war. Deswegen, sagte Landgerichtssprecher Dirk Eßer, habe die Staatsanwaltschaft eine versuchte Tötung und keine vollendete Tötung angeklagt.
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