Von Jens Meifert, 07.01.10, 22:42h, aktualisiert 03.01.11, 14:17h
Das hat er dann doch ganz gut geschafft.
Sieben Millionen Bundesbürger haben sich nach Schätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts gegen die „Neue Influenza“ impfen lassen. Und da die Ständige Impfkommission Anfang Dezember die Empfehlung ausgab, eine Impfung reiche aus, waren schlagartig 25 Millionen Dosen „Pandemrix“ überflüssig. Dazu kam eine deutlich grassierende Impfmüdigkeit im Land.
Bis Donnerstag kündigte der Hersteller GSK an, das Immunpräparat fleißig weiterzuliefern. Damit werden die Bundesländer bis Ende des Monats 20 Millionen Impfdosen ausgehändigt bekommen haben, wohl doppelt so viele wie notwendig. Der britische Hersteller kündigte aber gestern an, eine Stornierung von Teilmengen zu akzeptieren. Zudem sollen Mittel in andere Länder verkauft werden. Anfragen aus der Türkei, der Ukraine und dem Iran sollen vorliegen.
Zumindest die erste Welle der Schweinegrippe ist deutlich verebbt: In der Spitze wurden Mitte November 46.000 Fälle in einer Woche gemeldet, danach nahmen die Zahlen stark ab. Zum Ende des Jahres waren es gerade noch 2.182 Fälle an sieben Tagen.
Noch keine Entwarnung durch ExpertenDas Robert-Koch-Institut (RKI) hält Impfungen gegen die Schweinegrippe dennoch weiter für sinnvoll. „Das Virus ist noch unter uns“, sagt Präsident Jörg Hacker. Man könne nicht ausschließen, dass es im Februar oder März noch einmal wiederkommt. Diese Empfehlung gilt vor allem für chronisch Kranke und Medizinpersonal. Die großzügige Bestellung der Impfstoffe hält das Institut für angemessen: „Es ist richtig und wichtig, dass wir gut vorbereitet waren“, sagt der Sprecher des RKI, Günther Dettweiler.
Doch in den Ländern stapeln sich nun die Bestände. Einzig Bayern, das am stärksten von der Grippe betroffen war, hat die Impfmittel weitgehend verbraucht. NRW verzeichnet schon jetzt einen Überschuss von zwei Millionen (siehe Länder-Artikel).
Man habe einfach sehr frühzeitig eine Bestellung abgeben müssen, um die entsprechenden Dosen sicher zu haben, sagt auch Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts. „Nun sind viele schlauer.“ Denen sagt sie: „Es ist doch wie bei einer Versicherung. Ich gehe in Vorleistung und bin am Ende froh, wenn ich keine Leistung in Anspruch nehmen muss.“
Entwarnung gibt keiner der Experten. Niemand wisse, wie sich das Virus weiter entwickelt, heißt es beim RKI. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält es zumindest für unwahrscheinlich, dass H1N1 einfach so wieder verschwindet. Es könne durchaus sein, dass der Erreger in veränderter Form künftig die saisonale Grippe begleitet. Schon deshalb raten Fachleute zur Impfung.
Dann könnte künftig schon eine Auffrischung zur Immunisierung reichen. So gesehen sei auch ein gewisser Überschuss an Präparaten nicht so dramatisch, sagt Stöcker. Ungeöffnet und gut gekühlt halte sich „Pandemrix“ 18 Monate. „Das wird ja nicht schlecht.“
Kommentar zur H1N1-Impfung: Eine Dosis Panik
Saisonale Influenza: Bislang nur vereinzelte Fälle
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04. März 2012,
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