Von ANGELIKA RHEINDORF, 09.01.10, 07:06h
Ursprünglich war ein Urlaub Richtung Costa Rica geplant. Zusammen mit einem Veranstalter ausgetüftelt, gehörten schon viele Reisen in fotogene Gebiete auf der ganzen Welt ins Angebot des Fotografen Huber.
Doch dann kam
das Aus
Doch dann kam das Aus - zu wenig Teilnehmer. Da nahm er seine Kamera und machte sich auf eigene Faust auf den Weg, aber zu den Tieren seiner Bewunderung, den Haien.
Kapstadt liegt im Südwesten der Republik Südafrika unmittelbar an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans. In Hubers Reisedokumenten erlebt man jene Vielfältigkeit der Welt um den 1087 Meter hohen Tafelberg, die ihn sehr fasziniert hat. Der Gladbacher musste sich bis fast an das Ende seines zehntägigen Urlaubs gedulden, denn die ersehnte Bootsfahrt auf das Meer wurde mehrmals wegen der bekannten Stürme und der unruhigen See abgesagt.
Es war traurig, morgens um fünf wieder zu verschieben, erzählt er, aber dann hat es doch noch geklappt. Wir waren 20, vielleicht 25 Taucher auf dem Boot, träumt sich der 51-Jährige aus seinem Laden auf die hohe See, und plötzlich ragte der Weiße Hai dann aus dem Wasser. Die erlebte Spannung lässt die Erinnerung neu aufleuchten, und Huber sitzt kerzengerade in seinem Bürostuhl. Das war schon toll. Und in seinen Augen glaubt man einen Moment lang den Hai sogar sehen. Ich war bei den ersten fünf Tauchern, die unter Wasser durften. Für das Event sind Käfige an Bord, die die Taucher schützen. Mit Ködern werden die Haie angelockt. Wir haben drei Meter unter der Wasseroberfläche bei 15 Grad gewartet und gefroren, aber der Hai kam leider nicht wieder.
Leider: Aus der Traum.
Des Gladbachers Faszination zu Haien basiert auf einem ganz normalen Bericht im Fernsehen. Den bekannten Kinofilm erachtet Huber als negativ. Haie sind nicht blutrünstig. Es gibt 356 Hai-Sorten, aber nur 20 davon sind Raub-Haie, hat er sich über die Fleischfresser informiert. Die Weißen Haie haben ihren Namen von ihrer hellen Bauchseite und sind keineswegs ganz weiß.
Und wie lang ist er jetzt schon Bewunderer dieser Art der Knorpelfische und warum? Irgendwann vor sechs oder sieben Jahren hat ihn das Hai-Fieber gepackt. Warum, das lässt sich gar nicht so leicht in Worte packen, formuliert er.
Wenn man sie zum Beispiel mit Delfinen vergleicht, die sind hektisch und flippig. Ein Hai dagegen ist elegant und gradlinig. Das sind perfekte Tiere, es gibt sie länger als die Dinosaurier. Belegen kann er des Hais erhabene Eleganz mit einem weiteren Erlebnis und zeigt ein Foto mit einem Leopardenhai, aufgenommen auf Bali. Das war mein bisher schönstes Hai-Abenteuer, schildert er den Tauchgang mit einem Australier. Wir sind durch eine schmale Schlucht, da kam er uns Auge in Auge entgegen. Der Australier ist schnurstracks zurückgeschwommen. Aber ich habe die Nähe genossen. Das hübsche Tier interessierte sich sehr für meine Lampe und schwamm im Licht um mich herum. Das war einzigartig schön.
Hatten Sie keine Angst? Nein, man braucht keine Angst zu haben. Ich hätte auch in Kapstadt den Käfig verlassen, wenn es nur erlaubt wäre. Haie sind nicht gefährlich, solange ihr Gegenüber deutlich kleiner ist als sie selber.
Na, zum Glück war der kleine, weiße Huber-Hai schon 3,20 Meter lang. So drohte keine Gefahr für den Fotografen. Denn nun ist man neugierig geworden auf die Fotos von der sichelförmigen Rückenflosse und dem irgendwie grinsenden Maul des Hais mit den spitzen Zähnen. Wenn Roland Huber wieder von der Abenteuerlust gerufen wird, macht er sich erneut auf den Weg, um sein Lieblingsmodel unter Wasser anzutreffen . . .
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