Von Markus Michalak, 12.01.10, 21:16h
Daher werde das Transportwesen auch nicht, wie zunächst angenommen, als erste Branche die Wirtschaftskrise überwinden: „Es sieht jetzt leider danach aus, als wären wir die ersten gewesen, die es getroffen hat, und würden die letzten sein, die vom Aufschwung profitieren.“ Die Produktion von Lkw-Trailern sei drastisch eingebrochen, daher stocke naturgemäß auch der Absatz von Achsen.
Das bekommt laut Wolfgang Berz, BPW-Betriebsratsvorsitzender, auch die Wiehler Belegschaft deutlich zu spüren: „Wir fahren weiterhin Kurzarbeit, die Kollegen arbeiten zum Teil nur noch zwei, zum Teil drei Tage in der Woche. Was der Lohnausfall für einen Familienvater bedeutet, können Sie sich vorstellen.“ Dankbar sei der Betriebsrat dafür, dass die Geschäftsleitung bislang ganz auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet hat. 400 befristete Arbeitsverträge seien hingegen nicht mehr verlängert worden, zurzeit beschäftige BPW in Wiehl noch 1614 Menschen. Dieses Jahr könne die Kurzarbeit noch durchgehalten werden. Was aber geschieht, wenn die Auftragslage sich auch danach nicht verbessert, mag Berz sich noch gar nicht ausmalen.
Das Bürener Werk beschäftigt 120 Mitarbeiter und wurde in den achtziger Jahren als Wettbewerber von der BPW übernommen. Die Produktion der Sonderachsen und Komponenten soll nach Wiehl und Ungarn verlagert werden.
Pfeiffer bleibt in schweren Zeiten optimistisch: „Wir nutzen die Krise, um unser Unternehmen neu zu strukturieren.“ Ein weiterer Schritt auf diesem Weg: Die Produktion der in Italien hergestellten Lenkerachsen soll BPW Ungarn übernehmen. An einem will das Familienunternehmen nicht sparen: an den Ausbildungsplätzen.
Welche Kapazitäten aus Westfalen nach Wiehl ausgelagert werden könnten, ist noch nicht bekannt. „Die konkrete Verlagerung der Produktion wird jetzt erst ausgearbeitet“, erklärt Wolfgang Berz.
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