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Bonner Karnevalsprinz

Redeverbot für Amir I. schlägt hohe Wellen

Von UTA KRISTINA MAUL, 18.01.10, 07:18h, aktualisiert 18.01.10, 15:11h

Hohe Wellen schlägt ein Redeverbot für den Bonner Karnevalsprinzen Amir I. am Samstag im traditionellen Mundartgottesdienst im Münster. Der gebürtige Iraner, der von Kindesbeinen an in Bonn lebt, ist Moslem.

Hohe Wellen schlägt ein Redeverbot für den Bonner Karnevalsprinzen Amir I. am Samstag im traditionellen Mundartgottesdienst im Münster. Der gebürtige Iraner, der von Kindesbeinen an in Bonn lebt, ist Moslem. Als solcher dürfe er nicht in einem christlichen Gottesdienst sprechen, wohl aber „zugegen“ sein, sagt das Stadtdekanat unter Hinweis auf entsprechende „Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen“, die die Deutsche Bischofskonferenz herausgegeben hat. Das sei eine grundsätzliche Regelung, „die alle betrifft, nicht nur den Bonner Karnevalsprinzen“.

Prinz Amir aber war offenbar trotz der im Herbst 2009 zwischen Festausschuss Bonner Karneval und Stadtdechant Wilfried Schumacher getroffenen Absprache, dass statt seiner Bonna Uta I. im Gottesdienst sprechen sollte, gekränkt. So schildert es jedenfalls Festausschusspräsident Horst Bachmann. Prinz Amir selbst, dem der Festausschuss offenbar nachdrücklich nahe legte, zu dem Thema nichts mehr zu sagen, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als dann auch Bonna Uta I. aus Solidarität mit ihrem Prinzen nicht bei der Feier in der Münsterbasilika sprechen wollte, übernahm Bachmann diesen Part.

„Für uns ist das ein normaler Vorgang. Mal spricht der Prinz, mal die Bonna, mal der Präsident. Amir ist seit vielen Jahren bei den Stadtsoldaten, er ist Bonner und unser Prinz, welchen Glauben er hat, spielt für uns keine Rolle“, so Bachmann. „Nichts Außergewöhnliches“ sei es auch, dass die katholische Kirche Vorgaben habe, was Andersgläubige betreffe, und dass es einem Islamgläubigen „nicht zuzumuten ist, in einer christlichen Kirche eine Dankansprache zu halten“. Daher sei im November von vornherein verabredet worden, dass die gebürtige Bonnerin Uta I. im Mundartgottesdienst spreche. Warum Prinz Amir nun kurz vor dem Termin öffentlich sein Unverständnis äußerte, weiß auch Bachmann nicht.

Den Vorwurf von Intoleranz und mangelnder Offenheit, der der Kirche beziehungsweise dem Stadtdechanten von verschiedenen Seiten gemacht wird, sei „unhaltbar und infam“, heißt es in einer Erklärung des Pressereferenten beim Stadtdekanat, Reinhard Sentis. Monsignore Schumacher setze sich trotz vielfältiger Kritik - die auch aus den eigenen Reihen kommt - seit Jahren für den Bau einer Moschee in Bonn ein.

In den Gottesdiensten im Münster ließ der Stadtdechant gestern eine Erklärung verlesen, in der der Fall erklärt wird und er selbst Stellung bezieht: „Der Mundartgottesdienst in der Karnevalszeit ist ein Gottesdienst und keine Karnevalsveranstaltung. Nach der Ordnung unserer Kirche ist die Mitwirkung an Gottesdiensten allein auf Christen beschränkt, die mit uns das Glaubensbekenntnis an den dreifaltigen Gott teilen. Dies geschieht aus einem großen Respekt vor der Überzeugung von Mitgliedern anderer Religionen. Wir wollen damit niemanden, der einer anderen Religion angehört, vereinnahmen." In seiner Ansicht unterstützt werde er, Schumacher, von dem muslimischen Stadtverordneten Haluk Yildiz.



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