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„Delphin-Therapie“ ohne Delphine

Von DAVID DREIMÜLLER, 21.01.10, 07:00h

Mit Lauten von Delphinen aus Israel therapieren der Kölner Verein Sonarium und die Hilfsgruppe Eifel seit zwei Jahren behinderte Kinder im Schwimmbecken der Kaller St...

KALL. Mit Lauten von Delphinen aus Israel therapieren der Kölner Verein Sonarium und die Hilfsgruppe Eifel seit zwei Jahren behinderte Kinder im Schwimmbecken der Kaller St. Nikolausschule. Mit dem Projekt sparen die Eltern der derzeit 14 betreuten Kinder eine kostspielige Therapie mit echten Delphinen.

Die Therapeuten arbeiten mit Delphinlauten, die mit Entspannungs-Musik abgemischt wurden und über spezielle Boxen unter Wasser gesendet werden. Für 20 000 Euro kann die Hilfsgruppe Eifel um Willi Greuel so 14 Kindern helfen - genauso viel kostet die Delphintherapie für ein Kind in Curaçao (Niederländische Antillen).

Vor drei Jahren traf die Hilfsgruppe die Entscheidung, keine Delphintherapien mehr zu bezahlen, da aufgrund der hohen Kosten immer nur drei bis vier Kinder pro Jahr auf diese Weise therapiert werden konnten. Zudem, so berichtete Gudrun Lingscheid, Mutter der zehnjährigen Mira, dass die Delphintherapie ihrer Tochter mit einigem Stress verbunden gewesen sei. Neben dem zehnstündigen Flug sei man vor allem auf die örtlichen Begebenheiten angewiesen gewesen - schlechtes Wetter oder eine Krankheit hätten sehr viel Geld gekostet, da an diesem Tag keine Therapie habe stattfinden können. Von ähnlichen Problemen berichtet auch Martina Jansen, deren Sohn Florian bereits zweimal an Delphintherapien teilgenommen hat. Vor Ort sei die Barrierefreiheit ein besonderes Problem. „Allein ist es einfach nicht zu schaffen“, so Martina Jansen.

Dagegen sei die Therapiemöglichkeit in Kall ein echter Segen. „Man braucht nicht weit zu fahren, sondern hat die Therapie vor Ort.“ Gudrun Lingscheid ergänzt: „Die Delphintherapie war eine gute Sache, aber die Sonartherapie ist nachhaltiger.“

Dabei können die Kinder auch eine persönliche Beziehung zu den Therapeuten aufbauen, was deren Arbeit erleichtert. Seit ihre Tochter Mira an der Sonartherapie teilnimmt, verzeichnet ihre Mutter Gudrun Lingscheid große Fortschritte im Bereich der Aufmerksamkeit sowie eine deutlich höhere Kommunikationsfähigkeit.

Auch Anneliese Potocki sieht bei ihrer Tochter Katharina gute Fortschritte. Die Idee zur Sonartherapie hatte Diplom-Pädagogin Rebekka Keim. Während ihres Aufenthalts in Israel arbeitete die Kölnerin mit Delphinen und stellte dabei fest, dass es häufig gar nicht der Delfin selbst ist, auf den die Patienten reagieren, sondern das Wasser und die Geräusche. „Der Delphin ist ein Motivator“, erklärt Keim, die 2004 den Verein Sonarium gründete, um mehr Menschen eine Therapie ähnlich der Delphintherapie zu ermöglichen. Deshalb kooperiere der Verein Sonarium auch mit dem Delphinarium des Duisburger Zoos.

Wichtig sei, dass auch Eltern und Geschwister mit in die Therapie einbezogen würden. Diese findet einmal pro Woche für 30 Minuten statt. Die Therapeuten reisen dafür aus Köln an. Die Übungen, die später im Wasser zu den Delphinlauten gemacht werden, bereiten die Therapeuten an Land vor und übertragen sie dann ins Wasser. Da die Krankenkassen die Kosten für die Sonartherapie nicht übernehmen, sind die Eltern auf die Unterstützung der Hilfsgruppe Eifel angewiesen und ihr dafür dankbar. Denn die Hilfsgruppe ist Pate der St. Nikolausschule und ermöglicht die Nutzung des kleinen Schwimmbeckens.

Damit auch die Eltern sich über die Fortschritte ihrer Kinder austauschen können, wurde ein Stammtisch gegründet.



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