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Lückenschluss für den Ganztag

Von DÖRTE STAUDT, 22.01.10, 07:09h

Im Rhein-Sieg-Kreis einzigartig, gibt es in Troisdorf nach den Sommerferien in den weiterführenden Schulen nur noch den „gebundenen Ganztag“. „Mir ist keine...

TROISDORF. Im Rhein-Sieg-Kreis einzigartig, gibt es in Troisdorf nach den Sommerferien in den weiterführenden Schulen nur noch den „gebundenen Ganztag“. „Mir ist keine Kommune dieser Größe bekannt, die schon so weit wäre“, zeigt sich Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski stolz auf den Kraftakt, der die Stadt mit der Einrichtung von Kantinen- und Zusatzräumen für den Ganztagsbetrieb in der Realschule Heimbachstraße, der Hauptschule Alte Lohmarer Straße und dem Gymnasium Zum Altenforst (GAT) rund 7,5 Millionen Euro kostet.

Vor zwei Jahren von der Stadt bereits beantragt und von der Bezirksregierung genehmigt, wird nun auch das GAT eine offizielle Ganztagsschule werden. Die Schulkonferenz einer Schule, die seit dem Jahr 2007 mit einem ganz neuen pädagogischen Konzept arbeitet und de facto längst auch am Nachmittag die Türen offen hält, hatte sich bislang schwer getan mit diesem Entschluss und fand erst in der vierten Abstimmung eine Mehrheit für den offiziellen Ganztag. „Nachdem wir mit den vielen Neuerungen den Kollegen schon sehr viel zugemutet haben, gab es Sorgen und Ängste“, versteht Schulleiter Gerhard Fischer die Beweggründe, die er aber nicht teilt. Denn mit den derzeit am GAT üblichen drei „Langtagen“ haben Kollegium, Schüler und Eltern die Umstellung ohnehin schon bewerkstelligt.

Mit der Anerkennung der Bezirksregierung als Ganztagsschule aber wird der Personalschlüssel der Schule für die nachwachsenden Ganztagsschüler um 20 Prozent angehoben. Im Spätsommer werden also die neu eingeschulten Sextaner mehr Lehrkräfte antreffen - und dazu eine für rund 3,5 Millionen Euro frisch sanierte und zur Mensa-Nutzung umgestaltete, deutlich vergrößerte Aula.

Die Stadt Troisdorf schließt damit die letzte Lücke in einer sehr konsequenten Kinder- und Schülerbetreuung. „Wir müssen als Gesellschaft etwas dafür tun, den Eltern, die sich für Kinder entscheiden, eine Betreuung zu bieten“, sagt der Bürgermeister. So sei die Zahl der Plätze in der Offenen Ganztagsschule, der „Trogata“, innerhalb von drei Jahren von 750 auf 1200 ausgebaut worden und wird mit Vorhaben in der Grundschule Blücherstraße, in Sieglar und Oberlar noch weiter ansteigen. Dazu gibt es rund 800 Plätze für die „verlässliche Grundschule“ von acht bis 13 Uhr und damit insgesamt ein Angebot für 65 Prozent der Grundschüler. An sieben Standorten, ergänzt der Beigeordnete Heinz Eschbach, stünden ferner intensiv betreute Fördergruppen für Kinder mit einem besonderen Bedarf zur Verfügung.

Jablonski sieht die Aufgaben der Stadt damit aber immer noch nicht als erfüllt an: „In der Bürgersprechstunde erlebe ich, dass wir trotz des Ausbaus mit der Bedienung der Nachfrage für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren nicht nachkommen.“



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