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SPD will Haus der Bildung schieben

Erstellt 22.01.10, 07:18h

Die SPD schlägt vor, den Umbau des Alten Stadthauses am Bottlerplatz zum Haus der Bildung mit Volkshochschule und Stadtbibliothek vorerst auf Eis zu legen, nach Alternativen zu...

BONN. Die SPD schlägt vor, den Umbau des Alten Stadthauses am Bottlerplatz zum Haus der Bildung mit Volkshochschule und Stadtbibliothek vorerst auf Eis zu legen, nach Alternativen zu suchen und die vom Oberbürgermeister angekündigte Bürgerbefragung zeitgleich mit der Landtagswahl am 9. Mai abzuwarten.

Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag für den Planungsausschuss (28. Januar) und die Bezirksvertretung Bonn (2. Februar) stellten SPD-Rats- und Bezirksfraktion gestern im Alten Rathaus vor. Sie begründen ihn vor allem mit der Kostensteigerung von ursprünglich 11 auf nun fast 20 Millionen Euro (wir berichteten), die mit Blick auf die desolate Haushaltslage und wichtigere Investitionen im Schul- und Kindergartenbereich derzeit nicht zu verantworten sei.

Ursprünglich, erinnert die stellvertretende Ratsfraktionsvorsitzende Bärbel Richter, sei eine Deckelung von 11 Millionen Euro für das Projekt vereinbart worden. Nun aber, ergänzt Bezirksbürgermeister Helmut Kollig, schätze das Städtische Gebäudemanagement die Kosten für den Umbau des Alten Stadthauses, für Abriss und Neubau des benachbarten Siemens-Hauses sowie für die Einrichtung auf rund 19,4 Millionen Euro (ohne Umzugskosten für die heute dort befindlichen Ämter). Bei eingehender Prüfung, glaubt Kollig und ist etwas verärgert, hätte man schon früher sehen müssen, dass die 11 Millionen nicht reichen. Bevor nun die schwarz-grüne Mehrheitskoalition „durch Bagger Fakten schafft“ - die Ausschreibung für den Abriss des Siemens-Baus läuft -, müsse das Projekt geschoben werden und die Verwaltung nach „attraktiven Alternativen“ Ausschau halten, sagt SPD-Ratsherr Bernhard von Grünberg.

In diesem Zusammenhang erinnern die Genossen an eine Initiative der früheren Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, das Haus der Bildung in einem Neubau an der Quantiusstraße unterzubringen, der von Investoren errichtet und von der Stadt langfristig angemietet werden könnte. Hier sei Platz nicht nur für Volkshochschule und Bibliothek, sondern auch für das Stadtmuseum und die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Als möglichen Standort brachte Bärbel Richter auch den Bahnhofsvorplatz ins Spiel.

Auf jeden Fall aber müssten alle Kosten exakt ermittelt und die Situation erneut bewertet werden - bis hin zur Überlegung, sich eventuell vom Alten Stadthaus zu trennen. Im Übrigen sollten die Bonner über die Bürgerbefragung die Möglichkeit haben, eine Rangfolge für städtische Projekte zu benennen. (kri)



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