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Das Leiden von Flippers Artgenossen

Von KLAUS PEHLE, 25.01.10, 07:06h

Taiji, Japan: Ein vermeintlich friedliches Küstenstädtchen an Japans subtropischer Ostküste. Ein Filmteam rund um den Tierschützer Ric O'Barry macht sich in einer Nacht- und...

BERGISCH GLADBACH. Taiji, Japan: Ein vermeintlich friedliches Küstenstädtchen an Japans subtropischer Ostküste. Ein Filmteam rund um den Tierschützer Ric O'Barry macht sich in einer Nacht- und Nebelaktion auf, um zu dokumentieren, was hier jedes Jahr im September geschieht. Verfolgt von verdeckten Ermittlern mieten sich die Aktivisten in ein Hotel ein, nachts überwinden sie Stacheldrahtanlagen, um Film- und Tonequipment in einer abgelegenen Bucht zu installieren, die geschützt wird wie der Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses.

Im Herbst kreuzen in den Gewässern vor der Küste Tausende Delfine. Mit Dutzenden von Schiffen fahren japanische Delfinjäger hinaus aufs Meer und treiben die Meeressäuger in die Bucht. Hunderte der Tiere erleiden hier einen qualvollen Tod. Von kleinen Booten aus massakrieren die Jäger die Tiere mit ihren Harpunen, das Wasser verfärbt sich blutrot. Ein lukratives Geschäft. Das Fleisch eines Delfins bringt in der Nahrungsmittelindustrie 600 Dollar.

Im neu gestalteten „Cineplex“-Kino in Bensberg zeigte der Kreisverband der Grünen den preisgekrönten Dokumentarfilm „Die Bucht“ am Samstagabend vor geladenem Publikum. Kinobetreiber und Tierfreund Helmut Brunotte hatte die Vorstellung des Kassenknüllers „Avatar“ abgesagt, um den Film zu spielen. In den kommenden Wochen bietet Brunotte den Schulen in Rhein-Berg an, den Film vergünstigt zu besuchen.

In einer Telefonkonferenz nach Florida konnten die Besucher mit Ric O'Barry sprechen, dem Hauptdarsteller des Films. In den 60ern war O'Barry Trainer des Delfins Cathy, der als „Flipper“ weltbekannt wurde. „Er starb in meinen Armen. Er hörte einfach auf zu atmen“, berichtet er in dem Film. Für den Amerikaner der Wendepunkt, seit diesem Tag setzt er sich für den weltweiten Schutz der Tiere ein.

Die Besucher im „Cineplex“ brauchten einige Minuten, um nach den schockierenden Bildern in die Diskussion zu finden. Die verlief dann sachlich und konstruktiv. Die grüne Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn berichtete als Ex-NRW-Umweltministerin und Mitglied des Umweltausschusses im Bundestag, was Bürger gegen die blutige Hatz in Japan und die Haltung von Delfinen in Zoos machen können: „Schreiben Sie einen persönlichen Brief oder eine E-Mail an den Abgeordneten im Landtag oder im Bundestag, den Sie gewählt haben.“

In Bensberg konnten die Besucher das direkt im persönlichen Dialog tun. Die Landtagsabgeordneten Rainer Deppe (CDU) und Helene Hammelrath (SPD) zeigten in vielen Gesprächen ihr Engagement, den Tierschutz voran zu bringen. Genau so wie die Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer (Grüne) und Matthias Birkwald (Die Linke). Aus der lokalen Politik waren unter anderem die Vize-Bürgermeisterinnen Ingrid Koshofer (FDP) und Renate Beisenherz-Galas (Grüne) gekommen: „Es geht hier nicht nur um Delfine, es geht generell um Tier- und Naturschutz“, sagte die Grünen-Politikerin.



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