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Wofür es sich zu leben lohnt

Von ARND GAUDICH, 26.01.10, 07:09h

Der Bestsellerautor hielt in der vollbesetzten Wiehltalhalle ein „Plädoyer für den Größten“. Über das ganze Jahr gibt es rund 150 Veranstaltungen.

Der Bestsellerautor hielt in der vollbesetzten Wiehltalhalle ein „Plädoyer für den Größten“. Über das ganze Jahr gibt es rund 150 Veranstaltungen.

WIEHL. Ein Mann rennt durch die Wiehltalhalle, dramatische Musik erklingt. Er wirkt gehetzt, orientierungslos. Plötzlich versperrt ihm ein Stopp-Schild den Weg. Er weicht aus - und läuft in eine Sackgasse. Endlich gelangt er doch auf die Bühne, er hat sein Ziel erreicht: Auf einem Verkehrsschild steht „Gott“.

„Weißt Du wohin?“, fragt in diesem Jahr die Evangelische Allianz Wiehl bei ihrer Veranstaltungsreihe „Wiehl 2010“. Bis Ende Dezember lädt der Zusammenschluss von zehn evangelischen Gemeinden zu rund 150 Vorträgen, Seminaren, Konzerten und Gottesdiensten ein. Zur Eröffnung am Sonntagabend blieb in der Wiehltalhalle kein Platz frei. Alle wollten den Vortrag des bekannten Autors Dr. Manfred Lütz hören, der ein „Plädoyer für den Größten“ hielt.

Normalerweise spricht der Psychotherapeut und Theologe aus Köln vor Atheisten. „Sie müssen sich jetzt vorstellen, Sie wären ungläubig. Ihre Taufe gilt natürlich weiterhin“, sagte er mit rheinischem Humor. Argumente für den Glauben führte er in betont lebensnaher Sprache an, ganz ohne Kirchenjargon.

Was Menschen früher für Gott gemacht hätten, würde heute für die Gesundheit auf sich genommen, meinte Lütz: „Leute fasten, halten Diät. Viele leben nur noch vorbeugend. Doch auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.“ Wofür also leben ungläubige Menschen?

In der Trauer um Prinzessin Diana sah Lütz die Gottlosigkeit der modernen Gesellschaft. „Die Feier fand zwar im christlichen Umfeld statt, in einer Kathedrale. Doch alles war von tiefer Verzweiflung geprägt.“ Dagegen zeige die Beerdigung Mutter Teresas, was Glauben kann. Als sie zu Grabe getragen wurde, war die Stimmung von Hoffnung bestimmt. Die Gewissheit, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, sei der Motor für eine funktionierende Gesellschaft. Somit forderte der Theologe und Psychotherapeut: „Der religiöse Bürger im säkularen Staat muss endlich wieder ernst genommen werden.“

Zum Auftakt hatte Bürgermeister Werner Becker-Blonigen als Schirmherr der Reihe „Wiehl 2010“ erklärt, warum er selbst Christ ist: „Ich habe die tiefe Gewissheit, dass mir Jesus verzeiht. Trotz all meiner Fehler habe ich immer die Chance, es besser zu machen.“ Das Jahresprogramm der evangelischen Gemeinden zeige auf wunderbare Weise: „Wiehl ist eine christliche große Gemeinde.“

Die beiden Moderatoren Dagmar Marks und Pastor Wolfram Hosche stellten den hunderten Besuchern auch den Gospelchor Wiehl vor. Unter der Leitung von Kantor Michael Müller-Ebbinghaus sang er mit Unterstützung der Young Gospel Voices „The Lord Never Fails“. Die Band „Tinkers-Project“ spielte zwischendurch jazzige Klänge.



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