Schriftgröße

Interview

„Haushaltssicherungskonzept wie ein Damokles-Schwert über uns“

Erstellt 27.01.10, 07:06h, aktualisiert 27.01.10, 16:03h

Wolfgang Roeske ist der neue Bürgermeister von Odenthal. Über die Zukunft der Gemeinde sprach mit ihm BLZ-Mitarbeiter Lars Heyltjes.

Wie geht es in Altenberg weiter?

Wir, das heißt Bündnis 90 / Die Grünen, FDP, SPD, UWG und ich, möchten das Gebiet rund um den Dom mit pflegerischen Maßnahmen angemessen gestalten. Zum einen haben wir auf den Bürgerwillen gehört, zum anderen den zu hohen finanziellen Anforderungen Rechnung getragen. Odenthal wird oft als reiche Kommune angesehen. Das gilt vielleicht teilweise für die Bewohner, nicht aber für die Gemeinde selbst.

Und es droht finanziell noch wesentlich schlimmer zu werden . . .

Das Haushaltssicherungskonzept schwebt wie ein Damokles-Schwert über uns. Wir haben schließlich einen Schuldenstand von 15 Millionen Euro übernommen. Wir nehmen weniger ein als wir ausgeben. Es gilt, Neuverschuldungen zu vermeiden und die Altlasten abzutragen. Dazu müssen wir andere Einnahmequellen finden. Ich denke auch an den Verkauf von Grundstücken, die sich im Besitz der Gemeinde befinden.

Könnten in diesem Zuge auch neue Gewerbegebiete in der Gemeinde entstehen?

Nein, das sieht der Flächennutzungsplan nicht vor. Eine weitere Einnahmequelle wäre der Tourismus, den wir fördern wollen. Die Angebote wie „bergisch²“, das Geocaching und der Audioguide sind erst der Anfang. Unser Experte David Bosbach arbeitet bereits an der nächsten Idee.

David Bosbach ist nicht die einzige Umbesetzung in der Verwaltung unter Ihnen.

Stimmt. David Bosbach ist nun Mitarbeiter des Stabes. Sandra Wirnharter ist neue Leiterin der Bürgerdienste und Rolf Stelberg neuer Kämmerer. Die kleine Umstrukturierung in der Verwaltung läuft weiter. Im Sommer werden wir die Stelle des Beigeordneten intern neu besetzen, da Horst-Peter Wermbter in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Welche Probleme sollen noch gelöst werden?

Die Nahversorgung in den Bereichen Blecher und Voiswinkel muss sich verbessern. Die Gespräche laufen derzeit. Der Versuch, einen Lebensmittelmarkt direkt an der Grenze zu Burscheid zu errichten, ist leider gescheitert.

Sie sind ein Bürgermeister ohne feste Bürgersprechstunde. Die hat sich in anderen Rathäusern bereits etabliert, warum nicht in Odenthal?

Ich setze auf Bürgernähe und bin, so gesehen, immer im Dienst. Wenn Bedarf besteht, nehme ich mir die Zeit, innerhalb von 48 Stunden einen Gesprächstermin zu realisieren. Das sind wir den Bürgern schuldig, als Bürgermeister sehe ich mich wie einen Dienstleister. Mit der Verwaltung, die hochmotiviert arbeitet, will ich gemeinsam neue Projekte entwickeln. So sind ein Infotag zum Thema „Planen und Bauen“ sowie ein Tag für die Odenthaler Bürgerinnen und Bürger geplant. Dieser ist für Samstag, 21. August, vorgesehen.

Wie treten Sie einer möglichen Politikverdrossenheit bei der Jugend gegenüber?

Eine fünfte Klasse der Hauptschule hat sich vor einigen Wochen gefragt, was eigentlich ein Bürgermeister leisten muss. Ich habe die Mädchen und Jungen zu mir ins Büro eingeladen. Dort habe ich mit 27 Schülern auf dem Boden gesessen und lange diskutiert.

Worum drehte sich das Gespräch?

Den Kindern ging es vor allem um die mangelhaften Busverbindungen. Die möchten wir nun gemeinsam optimieren. Es ist wichtig, dass unser Nachwuchs der Politik vertraut.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige



BLZ-Aktion


Bildergalerien


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Rundschau-Service


Rundschau-Forum


Handball exklusiv


Extra


Extra


Extra


RHEINLAND WETTER


Top-Links (Anzeige)


Aktion


Lokalsport



Extra


Dienste