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Lärmschutzgemeinschaft

Keine Passagiere am Nachthimmel?

Von Walter K. Schulz, 28.01.10, 22:46h

Verschwinden bald die Passagierflieger vom Köln/Bonner Nachthimmel? Die Lärmschutzgemeinschaft rechnet damit, dass die bereits 1996 vom Landtag anvisierte Einführung eines nächtlichen Passagierflugverbots endlich umgesetzt wird.

Passagierflugverbots
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Gibt es bald ein Nachtflugverbot? Eine landende Maschine am Flughafen Köln/Bonn. (Bild: Luhr)
Passagierflugverbots
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Gibt es bald ein Nachtflugverbot? Eine landende Maschine am Flughafen Köln/Bonn. (Bild: Luhr)
Rhein-Berg - Helmut Breidenbach von der Lärmschutzgemeinschaft Köln / Bonn (LSG) entdeckt einen Silberstreif am Horizont. 40 Prozent der Nachtbewegungen sind inzwischen Passagierflüge. Breidenbach betont, dass die schon 1996 vom Landtag anvisierte Einführung eines nächtlichen Passagierflugverbots zwischen 0 und 5 Uhr endlich umgesetzt werden könne - besonders nachdem das Bundesverwaltungsgericht eine gleichartige Entscheidung für den Flughafen Leipzig / Halle getroffen habe.

Nach einem Besuch bei NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte Breidenbach: „Eine damals ins Feld geführte mögliche Diskriminierung eines Verkehrs (Frachtflug ja, Passagierflug nein, d. Red.) ist nicht mehr gegeben. Die Kölner Regelung hat eine Öffnungsklausel für die Einführung einer längst fälligen Beschränkung.“

Auch angesichts der neuesten Erkenntnisse über Erkrankungsraten fordert die LSG neben dem Passagierflugverbot in der Kernzeit der Nacht besonders eine nächtliche Lärmkontigentierung, die Herausnahme der lautesten Flugzeugtypen MD11, B744 und A300 B4 aus der Nacht und ein langfristig angelegtes Lärmminderungskonzept mit verbindlichen Lärmminderungszielen. Die Vorschläge sollen nun in der Staatskanzlei geprüft werden, für den Herbst wurde eine neue Gesprächsrunde vereinbart.

Die LSG informierte Rüttgers „über die außergewöhnliche nächtliche Fluglärm-Belastung im Umfeld des Flughafens“. Mit dem Gespräch löste der Regierungschef seine Zusage ein, eine Delegation der LSG in die Landeshauptstadt einzuladen. Zu der erteilten vorzeitigen Verlängerung der Nachtflugerlaubnis bis 2030 verweist die LSG auf eine neue Eurocontrol-Untersuchung: Danach habe der Köln / Bonner Airport die „höchste Anzahl von Flugbewegungen in Europa während der Kernzeit der Nacht zwischen 0 und 5 Uhr - noch vor den Flughäfen in Paris, Madrid und Brüssel“.

Kritik wurde aus der LSG an Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) geübt, der mit Blick auf den Kölner Nachtflug vor den vermeintlichen Konkurrenzflughäfen Amsterdam und London gewarnt habe. Dort sei der Nachtflug unbegrenzt möglich. Das Gegenteil sei aber der Fall, so Breidenbach: In Heathrow seien die Nachtflüge in der Kernzeit auf 16 begrenzt. „Davon können die Menschen hier in der Region nur träumen.“ Auch in Amsterdam gebe es eine Reihe von nächtlichen Beschränkungen. Stephan Heuschen, Pressesprecher des Ministers, sagte auf BLZ-Anfrage, die in einem Artikel der WAZ widergegebene Haltung stamme nicht vom Minister. Die Äußerungen in indirekter Rede zu Amsterdam und London (ohne Quelle) stammten möglicherweise aus den schwarz-gelben Fraktionen und keinesfalls aus dem Mund des Ministers.



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