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Ohne fliegenden Clown und Konfettikanone

Von CARSTEN SCHULTZ, 04.02.10, 07:18h

Auf zwei echte Hingucker müssen tausende jecke Zuschauer beim Karnevalszug in Bad Honnef auf jeden Fall verzichten. Die überdimensionale Konfettikanone und der berühmte fliegende...

BAD HONNEF. Auf zwei echte Hingucker müssen tausende jecke Zuschauer beim Karnevalszug in Bad Honnef auf jeden Fall verzichten. Die überdimensionale Konfettikanone und der berühmte fliegende Clown, beides Attraktionen der großen bunten Truppe des Circus Comicus, sind diesmal nicht dabei.

Der Grund: Die Stadt Bad Honnef hat die Teilnahme verboten. Sie verweist auf Beschwerden von Bürgern wegen des Konfettis und hat Sicherheitsbedenken wegen des fliegenden Clowns. Möglicherweise sagt der Circus Comicus als Konsequenz aus dem Verbot seine Teilnahme am Zug jetzt sogar komplett ab. Das wären rund 300 bunte Clowns weniger, ein herber Verlust.

„Der Circus Comicus hat für keines seiner Fahrzeuge ein TÜV-Gutachten oder eine Betriebsgenehmigung, um einen lebendigen Karnevalisten daran zu hängen“, betont Hans Kestner, Fachbereichsleiter Straßenverkehrswesen im Rathaus. Die Genehmigung lasse lediglich eine Motto-Puppe oder einen Dummy zu. Die Stadt müsse als Genehmigungsbehörde vorbeugend eingreifen. Gefahren sieht Kestner sowohl für den fliegenden Clown selbst als auch für die vielen Zuschauer am Straßenrand.

„Seit Jahr und Tag verboten“ sei im Bad Honnefer Zug der Einsatz von Konfetti, Federn oder ähnlichem, betont der städtische Bedienstete. Probleme machen die kleinen Papierschnitzel vor allem in der Fußgängerzone. Zwischen den Pflastersteinen findet sich noch Wochen nach dem Karnevalsumzug das Konfetti. „Da ist eine Reinigung so gut wie unmöglich. Es gab Beschwerden von Bürgern. Das können wir nicht ignorieren“, sagt Hans Kestner. Das Konfettiverbot sei seit 2006 Bestandteil der Zuggenehmigung.

Dass sowohl fliegender Clown als auch Konfettikanone in den letzten Jahren beim Honnefer Zug mit dabei waren, räumt Kestner ein. „Das haben wir im letzten Jahr auch festgestellt. Und das geht einfach nicht.“

Gerhard Papenbrock, Vorsitzender des Festkomitees Bad Honnefer Karneval, das den närrischen Lindwurm organisiert, bedauert die Entscheidung, zeigt aber Verständnis: „Gesetz ist Gesetz.“ Er weist daraufhin, dass sein Komitee jedes Jahr eine Veranstaltung für alle Zugteilnehmer organisiere, bei der unter anderem Kfz-Sachverständige und das Ordnungsamt Rede und Antwort stünden. „Wenn der Comicus da nicht hin kommt, dann kann ich auch nichts machen.“

Der Festkomitee-Chef kritisiert zugleich, dass die Auflagen für Karnevalszüge immer strenger würden. „Das ufert aus.“ Wenn das so weiter gehe, gebe es in kleineren Kommunen bald nur noch Handkarren in den Zügen.

Comicus-Präsident Thomas Geutebrück bezeichnet das Verbot gegenüber der Rundschau als „sehr demotivierend“, schließlich wolle die bunte Clownstruppe „etwas Lebendiges, Besonderes sein“. Bei einer Vorstandssitzung am Samstag werde entschieden, ob man Karnevalssonntag trotzdem mitzieht. Viele Mitglieder plädierten in E-Mails für eine Absage. Geutebrück kritisiert, dass das Verbot viel zu kurzfristig komme und betont: „In Jahrzehnten ist nie etwas passiert.“



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