Von Brigitte Scholtes, 04.02.10, 22:05h
Aber die Deutsche Bank hat auch gelernt. So leutselig wie gestern hat man ihren Chef Josef Ackermann selten erlebt. Regulierung sei nötig, versicherte er immer wieder, viel war von den Menschen die Rede, von denen im Konzern, ohne die der Erfolg der Bank nicht möglich wäre, aber auch von denen da draußen: Eine Parallelwelt dürfe es nicht geben, Banken müssten den Menschen dienen.
Ehrliches Bemühen um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung ist Josef Ackermann nicht abzusprechen. Aber er weiß auch, dass die Regierungen dabei sind, Regeln auszuarbeiten, die die Finanzinstitute weltweit in die Schranken weisen sollen. Ein Jammer, dass das noch nicht ausreichend geschehen ist. Insofern ist es vor allem kluge Taktik, wenn er nun Einsicht zeigt. Die Bank stockt ihr Kapital auf, schüttet nicht mehr den größeren Teil des Gewinns an ihre Aktionäre aus. Ackermann ändert das Vergütungssystem, kommt damit den Anforderungen der Regierung an eine Strukturänderung - mehr Festgehalt, weniger leistungsabhängige Bezahlung - entgegen.
All dies soll aber wohl signalisieren: Liebe Regierungen, wir haben verstanden, mutet uns nicht zuviel zu. Wir sind bereit, das Eigenkapital aufzustocken und euch auch sonst entgegenzukommen. Denn die Banken haben Angst, dass ihre Geschäftsmöglichkeiten zu stark eingeengt werden. Das aber haben sie sich selbst zuzuschreiben. Die Regierungen weltweit müssten nur den Mut haben, sich endlich auf einheitliche Regeln zu einigen.
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