Von Jan Wördenweber, 05.02.10, 21:54h
Jubel auch bei der Ehrengarde: Stefanie Zander und Hubert Michels, die 2006 gewonnen hatten, kamen auf den zweiten Platz. Dritte wurden die Zweitplatzierten aus dem Vorjahr: Kathrin Arnold und Christian Bergsch vom Reiterkorps Jan von Werth. „Das ist ja ein Platz schlechter“, witzelte Christian Bergsch. „Es ist toll, so eine Bestätigung zu bekommen. Wir freuen uns.“
Bei unseren Lesern stieß die Tanzpaar-Wahl auf ein reges Interesse. 16 810 Stimmen gingen per Post, Telefon und übers Internet ein, 3411 mehr als im Jahr zuvor. Und: So knapp wie dieses Mal war es noch nie. Jan von Werth schaffte es mit nur einer Stimme Vorsprung auf das Dellbröcker Boore Schnäuzer Ballett aufs Treppchen. „Wir haben die goldene Ananas gewonnen“, stellte Dieter Theißen fest, der mit Bert Lünenbach das einzige Männer-Duo bildet. „Schade! Aber da kann man nichts machen.“
Kann man doch: Als Andrea Ehrhardt davon hörte, fasste sie spontan einen Entschluss: „Wir haben schon zwei wunderschöne Sieger-Orden bekommen. Deshalb verzichten wir in diesem Jahr auf unseren, wenn dafür das Dellbröcker Boore Schnäuzer-Ballett einen bekommt.“ Die Marie und ihr Tanzoffizier zeigen ein großes Herz: „Wir kennen die Boore zwar nicht, aber mit einer Stimme am Podest vorbeizuschrammen - das hat keiner verdient.“ Wenig später gibt es Freudentränen in Dellbrück: „Das kann nicht wahr sein“, sagt Dieter Theißen leise. „Jetzt muss ich schlucken.“ Dies sei einer der schönsten Momente in seiner langen jecken Karriere. Und so kommt es, dass beim Sternmarsch am Karnevalsfreitag, den die Rundschau präsentiert, gleich vier Tanzpaare gegen 18 Uhr auf der Bühne am Alter Markt geehrt werden. Das Dreigestirn wird die Orden aus dem Hause Kreiten höchstpersönlich überreichen.
Gar nicht glauben wollte es auch Werner Dick, als er bei sich zu Hause im Kölner Norden den Hörer abnahm und hörte, was er gewonnen hatte: „Eine Fahrt im Rosenmontagszug? Das gibts doch nicht!“ Für den 62-Jährigen, der bei der Tanzpaar-Wahl mit abgestimmt hatte, geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Ich war früher mal im Tanzkorps der Großen KG Worringen aktiv“, erzählt der Gewinner des Hauptpreises. „Aber auf einem Festwagen im Rosenmontagszug bin ich noch nie mitgefahren.“
Die Gewinnerin des zweiten Preises reagierte ebenfalls völlig baff: Möchten Sie gerne von der Tribüne eines Nobelhotels den Rosenmontagszug verfolgen und dabei lecker essen und trinken? Silvia Pütz aus Brühl würde unheimlich gerne: „Aber das ist wahrscheinlich zu teuer.“ Als sie erfuhr, dass dies ihr Gewinn ist, war die Brühlerin aus dem Häuschen. „Ich fasse es nicht“, rief Pütz durchs Telefon. „Und ich muss wirklich nichts bezahlen?“ Nee, geht klar.
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