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„Reiten ist ein echter Wirtschaftsfaktor“

Von WALTER K. SCHULZ, 08.02.10, 07:06h

Reiten hat Zukunft im Rheinisch-Bergischen Kreis. Pferdesport und Freizeitreiten stellen einen „wichtigen Wirtschaftsfaktor“ dar. Zu diesem Ergebnis kommt der Kreis in...

RHEIN-BERG. Reiten hat Zukunft im Rheinisch-Bergischen Kreis. Pferdesport und Freizeitreiten stellen einen „wichtigen Wirtschaftsfaktor“ dar. Zu diesem Ergebnis kommt der Kreis in einer Untersuchung zum Strategieprozess „RBK 2020“ fest. Der Pferdebestand im Kreis liegt bei bei 5200 Tieren. Allein im Nordkreis wurden 89 Reitbetriebe und -vereine ermittelt, 75 sind im Südkreis (GL, Overath und Rösrath) bekannt.

Viele Bürger halten

privat ihre Pferde

Daneben existiert eine Vielzahl privater Pferdehaltungen. Zusätzlich wird das Kreisgebiet aufgrund seiner Nähe zu den Ballungszentren von Gastreitern aufgesucht.

Untersuchungen der Reiterlichen Vereinigung (FN) ergaben, dass drei bis vier Pferde einen Arbeitsplatz tragen. Bei einer Betriebsbefragung im Kreis wurde der Arbeitsplatzbesatz der Betriebe abgeklopft. Resultat: Mehr als 200 Arbeitsplätze sind direkt in den Reitbetrieben, über 1000 Arbeitsplätze außerhalb der Betriebe angesiedelt. Danach sichern Reitsport und Pferdehaltung im gesamten Kreisgebiet derzeit mindestens 1200 Arbeitsplätze.

Zum Projekt „RBK 2020“ wurde derweil das Freizeitwegenetzwerk als Startprojekt für die Qualifizierung der touristischen Infrastruktur im Kreis vereinbart. Ein Modul im Projekt ist die Vervollständigung der Reitroutenplanung. In Gladbach, Overath und Rösrath wurde im Landschaftsplan „Südkreis“ ein Reitroutenkonzept entwickelt, das bereits umgesetzt wird.

Die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Reitens ist überproportional hoch. Bereichsleiter Thomas Merten: „Reiter geben vergleichsweise viel Geld für ihren Freizeitsport aus, das in hohem Maße im ländlichen Raum investiert wird.“ Bei fast drei Vierteln des Bestandes handelt es sich um Pensionspferde. Im Kreis gibt es im Wald zurzeit nur fragmentarisch gekennzeichnete Reitwege. Es bestehen nur wenige zusammenhängende, legal bereitbare Reitwegenetze, in der Praxis werden im Wald daher „ungeeignete“ Wege genutzt.

Weil Reitwege unvollständig ausgewiesen sind, sieht der Kreis einen „klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Reitregionen“. Es sei daher wichtig, so Fachbereichsleiter Mertens, ein geeignetes und durchgängiges Reitwegenetz zu entwickeln.

In Kürten bestehen in den Flurbereinigungsgebieten Kürten, Olpe und Bechen aufgrund der gut ausgebauten Wege „hervorragende Voraussetzungen für das geländeorientierte Reiten“. Engpässe bestehen bei der Anbindung an Odenthal. Ein Teil der im Verfahren beteiligten Kürtener Akteure wollten unterdessen bisher mehrheitlich keine Reitnutzungslenkung, keine Tourismusförderung und keine „Fremd- / Gastreiter“ auf „ihren“ Wegen. Die Wandervereine fordern andererseits eine Lenkung der Reitnutzung durch Beschilderung der Reitrouten, um die nicht öffentlich gewidmeten Wanderwege von Reitern frei zu halten.

Die Odenthaler verfügen mit den Bereichen Schöllerhof, Hüttchen und Maria in der Aue über ein attraktives Reitgebiet mit ausgewiesenen Reitwegen, Rastplätzen und Verlademöglichkeiten. In der Gemeinde besteht nach Auffassung der Fachleute ein hoher Handlungsbedarf. Grund: Wegen des großen Erholungsdrucks konzentrieren sich alle Freizeitnutzungen auf die vorhandenen Wege. In Odenthal liegt ein Ratsbeschluss vor, der eine Reitroutenplanung befürwortet. Erste Gespräche mit Waldbesitzern und Reitbetrieben im Übergangsbereich Odenthal / Bergisch Gladbach wertet der Kreis als positiv. Weitere Abstimmungen folgen.

Kreis stellte Zeitplan

fürs Gesamtkonzept auf

Der Zeitplan für das Gesamtkonzept: Kommunale Beteiligung im ersten Quartal, Information über die Stellungnahmen an den Kreistag im zweiten Quartal, Beteiligung des Kreistages zu den abgestimmten Reitgebieten im vierten Quartal 2010.

In einem Parallelverfahren ist übrigens aus Haftungsgründen die formelle Beteiligung der Straßenbaulastträger, der Ordnungsbehörden und der Polizei zur Eröffnung des Reitverkehrs erforderlich.

Die nächsten Projektgebiete liegen im Südkreis in Overath (Großoderscheid, Leffelsend), Rösrath (Wahner Heide, Königsforst, Durchreiten in Bleifeld) und Bergisch Gladbach (Hebborn, Nußbaum) sowie im Nordkreis in Odenthal (südlicher Anschluss an Gladbach) und Wermelskirchen.



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