Von Cordula Orphal, 07.02.10, 18:30h
Wer „Kamelle!“ rief, erntete zuweilen aber Schwämmchen: Die „Putzteufel“ machten ihrem Namen alle Ehre und verführten die Zuschauer dazu, es ihnen gleichzutun und den Brückberg blitzeblank zu hinterlassen. Sauberkeit sollte auch in der kleinsten Hütte und im allerletzten Winkel herrschen, so das Credo der lebensgroßen, sogar vom „Warentest“ geprüften Klobürste. Es ist einfach so: Die Kostüme „Marke Eigenbau“ versprühen besonders viel Charme. Und verhelfen den Gruppen zu einem schönen Gemeinschaftserlebnis schon Wochen vor den tollen Tagen.
Da wird der Zoch zum gemeinsamen Hobby, wie bei den Brückberg-Ludern, einem früheren Kegelclub, der längst zur kleinen KG mutiert ist. Die Luder hatten sogar ihren Mini-Prunkwagen als Piratenschiff ausstaffiert und sich selbst als Reisende der sieben Weltmeere. Auch „Der harte Kern“ zog sich à la „Fluch der Karibik“ die Augenklappen über und die großen Ringe in die Ohren. Exotik gabs auch bei den Siegburger Tonknubbele, die sich zwar in heimischen, aber südlicheren Gefilden tummelten: Zu Seppelhut und Lederhosen erklang Alpenländisches aus den Boxen. Währenddessen begab sich das Pänzhuus in die Unterwasserwelt: Samt Schildkröten, Zebrafischen, Fröschen und Tauschern. In Plüsch, Pailletten und Neopren tummelten sich die jungen Jecken in der neblig-feuchten Luft.
Beste Laune also beim ersten Karnevalszug weit und breit, für den auch das Brückberger Publikum ins Narrengewand geschlüpft war. Endlich jeht et widder loss!
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