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Damit gute Stimmung nicht tödlich endet

Von THOMAS HEINEMANN, 08.02.10, 07:09h

Die Stimmung ist gut, die Musik ist laut, es wird gemeinsam gescherzt, gelacht, getrunken, gemeinsam gefahren, gemeinsam gestorben. So zeigte es eines der vielen...

RHEIN-SIEG-KREIS. Die Stimmung ist gut, die Musik ist laut, es wird gemeinsam gescherzt, gelacht, getrunken, gemeinsam gefahren, gemeinsam gestorben. So zeigte es eines der vielen „Schockvideos“ der Kreispolizeibehörde bei einer kombinierten Kontroll- und Aufklärungsstelle am Wochenende bei Hennef-Petershohn. Unmittelbar an der Bundesstraße 8 startete die „Anti-Raser-Kampagne 2010“ der Polizei, die ihren Schwerpunkt zunächst auf so genannte Disco-Unfälle legt.

„Das sind Unfälle, die in der Regel am Wochenende oder vor Feiertagen geschehen, gerade im ländlichen Bereich“, erklärte Kreisdirektorin Annerose Heinze das Wort „Disco-Unfall“, das wenig mit einem Stolpern auf der Tanzfläche gemein hat. Eigentlich sind Fahrgemeinschaften löblich, doch auf dem Weg zur Disco bergen sie Gefahren, wie Heinze erklärt: „Es ist gute Stimmung, man überschätzt sich gerne, man wird zu schnell.“ Mit dramatischen Folgen: „In den letzten fünf Jahren starben im Bereich der Kreispolizeibehörde neun junge Menschen bei solchen Unfällen. Die Fahrer waren zwischen 18 und 24 Jahre alt, meist männlich und fuhren alle zu schnell“, so die stellvertretende Behördenleiterin.

Mit 30 Beamten, die in fünf Messgruppen an unterschiedlichen Orten bis zum frühen Morgen im Kreisgebiet verteilt standen, stoppte die Polizei nicht nur Raser. Auch junge Fahrer wurden zur Kontrolle gestoppt. „Wir wollen betonen, dass das keine Tyrannei ist, sondern dass es einen Sinn hat“, hatte Heinze zu Beginn der Kontrolle gesagt, und sollte schneller Recht behalten, als es der Polizei lieb war: Kurz nach Beginn der Kontrolle an der B 8 stoppte die Polizei einen jungen Fahrer. Der 19-jährige Hennefer, der erst zwei Tage seinen Führerschein in den Händen hielt, durfte diesen gleich wieder abgeben, da er unter Drogen stand. Ein weiterer Fahranfänger ging der Polizei an der Augustiner Einsteinstraße ins Netz. Der 18-jährige Mann aus Lohmar hatte trotz Alkoholverbot in der Probezeit mit 1,18 Promille deutlich zu tief ins Glas geschaut.

Gerade für den mit Betäubungsmitteln erwischten Fahranfänger stehen keine rosigen Zeiten bevor, wie Polizeihauptkommissar Ralf Madronte von der Verkehrsunfallprävention zu Kampagnenbeginn noch erklärt hatte: Im schlimmsten Fall kommen dutzende Tests und tausende Euro an Kosten auf Autofahrer zu, die mit Drogen am Steuer erwischt wurden und ihre Fahrerlaubnis wiedererlangen wollen. „Präventiv und repressiv“ ist der Weg, den Polizeioberrat Hans-Peter Sperber von der Direktion Verkehr für die in diesem Jahr geplanten Aktionen skizzierte. Denn dass die Zahl der schweren Verkehrsunfälle rückläufig sei, liege Sperber zufolge an einer einfachen Gegebenheit: „Die Fahrzeuge werden immer sicherer.“ Und dennoch seien die Zahlen gerade bei jungen Fahrern gegenläufig: „Dort sind es 13 Prozent mehr als im letzten Jahr. Es wird in der Altersklasse immer riskanter gefahren und die schweren Unfälle passieren nun mal eindeutig am Wochenende.“



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